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Dabei ist alles bloß ein SpielDas Wort Spiel klingt nicht so bedrohlich wie das Wort Leben. Leben heißt Pflichterfüllung, Verantwortung und auch Dauer, da das Leben beginnt und endet. Das Leben beginnt mit der Geburt und endet mit dem Tod. Und dann wird es spekulativ. Wann beginnt der Tod und wann endet er? Unterliegt der Tod demnach einer wahrnehmbaren Dauer? Ist der Tod dann nicht auch eine Art Leben und existiert bloß in einer anderen Dimension? Besitzt der Tote während seines Totseins auch ein Bewusstsein? Falls nicht, ist das Wissen um den eigenen Tot doch sehr vage. Kehren wir also zurück zum Spiel.

Alles spielt sich in unserer Phantasie ab: Es gibt zwei Mannschaften und die spielen getrennt voneinander mit einem Ball. Meinethalben spielen sie Fußball. Jede Mannschaft ist darüber informiert, dass auch eine andere Mannschaft und zwar zeitgleich Fußball spielt. Jede Mannschaft ist von der Qualität des Balles überzeugt.

Die Bälle sind allerdings auch völlig identisch, stammen aus der gleichen Produktion und könnten, wenn es Menschen wären, Zwillinge sein. Sie verfügen über dasselbe Leder, denselben Faden und dieselbe Farbe. Dennoch schwört jede Mannschaft auf ihren Ball; nur der ist der Richtige.

Dabei ist alles bloß ein SpielPlötzlich zieht ein Unwetter auf. Finstere Wolken bedecken das Firmament und im Bruchteil einer Sekunde verfärbt sich der Himmel schwarz. Blitze zischen hernieder und Donnerhall erfüllt die Ohren. Angst geht um. Die Spieler beider Mannschaften werfen sich schützend zu Boden und bemerken nicht, wie sich jemand auf die Spielfelder schleicht, die Bälle gegenseitig austauscht und sie exakt wieder dort positioniert, wo er sie vorfand.

Als sich das Unwetter dann legte und das Spiel fortgesetzt werden konnte, bemerkte kein einziger Spieler, dass mit dem Ball der jeweils anderen Mannschaft gespielt wurde. Gottlob wurde niemand des Austauschs gewahr. Schließlich war es dunkel.

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