Feed on
Posts
Comments

Luca Cambiaso, CC0, via Wikimedia CommonsAnders gesagt lautet die Frage: War Gott jemals modern, genauer gesagt unmodern?

Tauschen wir nun das Wort „modern“ gegen das gleichbedeutende Wort „zeitgemäß“ und betrachten die Frage erneut.

Anders.
Drehen wir das Rad der Zeit zurück zu der Position, an der das Bewusstsein zum ersten Mal von der Hoffnung auf den nächsten Tag erfüllt war. Der nächste Morgen bedeutete Erwachen, Existenz und somit Zukunft. Die Sonne war der Garant dafür, denn noch immer sagt der Mensch: „Die Sonne geht auf“, dennoch weiß er, dass sich die Erde dreht.

Es gab also schon immer einen Gott, doch er verlangte keinen Glauben. Er gilt als das erste Axiom.

Seit Jahrmillionen existiert die Gattung Mensch und irgendwann schuf sie sich einen Gott, eine mit dutzenden von Ritualen behaftete Religion, an die – um das ewige Leben zu erlangen – lediglich zu glauben ist.

Drehen wir nun am Rad der Zeit weiter und landen in einer fernen Zukunft, die ebenso wie die Vergangenheit auch Jahrmillionen vom aktuellen Zeitpunkt aus entfernt ist. Von dort aus gönnen wir uns jetzt einen Blick zurück und stehen möglicherweise vor der Frage: Wo ist er … dieser Gott, an den die Menschen so fest glaubten?

Wurde er bis dahin schon wieder durch andere Götter ersetzt? Ist Gott demnach ersetzbar? Austauschbar und somit keineswegs einzigartig? War er also nicht schon immer da oder hat ihn der Mensch erst so spät für sich entdeckt?

Nietzsche hielt die russische Kultur für die einzig Wahre und der aktuelle Papst gibt der NATO eine Mitschuld am Russland-Ukraine-Krieg. Beide Äußerungen werden massiv kritisiert. Von wem? Gerne von Politikern. Die müssen/wollen wiedergewählt werden. Nietzsche und Gott nicht und der Papst zählt sich keineswegs zu den Politikern.

Print Friendly, PDF & Email

2 Responses to “Ist Gott noch modern?”

  1. Lutz Spilker sagt:

    Was ist Glaube?
    Die Krücke, mit der sich besser gehen lässt? Das Geländer, das den fehlenden Halt verleiht, doch an einer Leiter nicht vermisst wird? Hat es demzufolge doch erzieherische Motive?

    Ganz sicher!

    Die führende Hand, die Sicherheit vermuten lässt und auf die man sich „blind“ verlassen kann. Sie hat sich möglicherweise als Rückgriff bewährt und steht jederzeit zur Verfügung. Das ist einerseits verlockend und andererseits provozierend, zumal diese Situation auch ausgenutzt werden kann.

    Der Klerus war sich dieser Macht bewusst, doch darum soll es nicht gehen.

    Es geht um den Glauben an einen (an einen, also nicht an den …) Gott, der in der Zukunft nicht mehr der ist, der er momentan zu sein scheint. Der religiöse Gott ist somit lediglich eine temporäre Erscheinung in der Evolution des Menschen.

    Niemand besinnt sich noch an die Zeit, die vor dieser religiösen Epoche zugegen war, als dieser religiöse Gott noch nicht Einzug in die Gesellschaft und das Bewusstsein gehalten hat. Oftmals habe ich das Gefühl, dass die aktuelle Zeit (mit Strom und fließend warmen Wasser) als schon immer da gewesen hingenommen wird, wobei der Mensch viele Millionen von Jahre im Dunklen und in Kälte lebte.

    Nicht das Jahr „null“ hätte eine neue Zeitrechnung hervorbringen sollen, sondern die Mitte (1850) des 19. Jahrhunderts, zumal seither Strom, etc. Einzug in die Gesellschaft hielt …

  2. Lutz Spilker sagt:

    /// dass religiöse symbole bei ausgrabungen gefunden wurden, die vor ca. 100.000 jahren entstanden sind ///

    Es sind Gegenstände … weiter nichts … Dinge, Artefakte, mehr nicht.

    Die Interpretation der Menschen assoziiert irgendein/en religiösen Gebrauch/Nutzen/Attribut.

    Würde man denselben Gegenstand einem – vom religiösen Denken – befreiten Menschen zeigen, käme er nie auf die Idee, die Dinge mit klerikaler Symbolik zu assoziieren. Diese Überlegung fand bereits im 4. Jahrhundert statt, als Kaiser Konstantin das Kreuz als „sein“ Symbol wählte.

    Das Kreuz ist eine geometrische Figur, weiter nichts. Irgendwelche religiösen Interpretationen dort stattfinden zu lassen, halten Pragmatiker (Nihilisten ohnehin) für verzichtbar. Niemand würde 2 Linien (genau das ist nämlich ein Kreuz) als spirituelles Symbol erachten.

    Doch genau das ist der Punkt.

    Die Perspektive scheint sich nicht weiter auszurichten, als auf die „naheliegende“ Zeit.

    Warum?

    Seit der Homo sapiens das Bewusstsein erlangte ( https://scilogs.spektrum.de/die-sankore-schriften/die-grossen-fragen-wie-entstand-der-evolution-das-menschliche-bewusstsein/ ), gelangte er zu Hoffnung, Zuversicht und dem Glauben … Millionen Jahre lebte er so und entwickelte sich bis zum heutigen Tage. Die letzten 150.000 Jahre als „besonders“ zu betrachten ist keineswegs von Sinn. Das aktuelle Dasein als gegeben zu betrachten, machten die Menschen zu jeder Zeit … also auch schon vor der „Bändigung“ des Feuers …

%d Bloggern gefällt das:

Durch die weitere Nutzung der Seite wird der Verwendung von Cookies zugestimmt. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen