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Die Erfindung der WeltVor vielen Jahrtausenden, als der Mensch die Erde erkundete, sich immer wieder mit neuen Errungenschaften seiner eigenen Entwicklung vertraut machen musste und sich seine persönliche Arterhaltung an die erste Stelle der rudimentären Aufgaben drängte, stand er eines Tages da und hielt inne. Er schaute nach unten an sich herab, sah die Erde, auf der er stand, auf der er wohnte und die ihm Nahrung und Platz zum Leben bot. Dann schaute er nach oben und sah etwas ihm völlig Fremdes.

Der Himmel.

Und über dem Himmel sah er die Gestirne, von deren Be-deutungen er noch nichts wusste. Und das sollte viele Tausend Jahre so bleiben. Der Mensch kannte den nächtlichen Mond vom Sehen und damit war sein astronomisches Wissen für lange Zeit erschöpft. Wenn der Mensch in der Nacht jagte oder wachte und ihm der Mond einmal voll, zu- oder abnehmend erschien, wunderte er sich zwar darüber und erkannte irgendwann den Zyklus, doch viel mehr brachte er nicht in Erfahrung.

Der Mensch war mit sich selbst beschäftigt und die Dinge über ihm konnte er nur sehen – nicht fassen. Jahrtausende lang stellte der Himmel etwas Unerreichbares für den Menschen dar. Der Himmel war eine andere Welt, zu der der Mensch keinen Zugang fand und keinen Zutritt besaß. Der Mensch befand sich unten und der Himmel befand sich oben. Um ihn sehen zu können, musste der Mensch zu ihm emporschauen. Der Mensch richtete sein Antlitz in diese Richtung – nach oben. Vielleicht weilte dort irgendjemand. Der Mond war dem Menschen bekannt und die Sonne war ihm ebenfalls nicht fremd. Sie war wohl schon immer da. Sie machte den Tag hell und verschwand irgendwann – dann war es dunkel. Zum folgenden Tagesbeginn erschien sie wieder und erstrahlte im gewohnten Glanz. Bei Licht fühlte sich der Mensch sicher – sicherer als in der Dunkelheit. Menschen können nachts nicht sehen, nichts erkennen und reagieren dementsprechend unvermögend.

Der Himmel gab an, immer zu leuchten und von irgendjemandem dort platziert worden zu sein. Ein seltsamer Ort, an dem sich nichts zu bewegen schien. Doch irgendwann erschien ein Komet. Ein nicht feststehendes Ding, sondern ein sich rasend schnell bewegender Himmelskörper unbekannter Herkunft, der beim Menschen Angst hervorrief. Alles über ihm Befindliche war weit entfernt und gerade darum schien ein Komet bedrohlich zu sein. Er flog auf den Lebensraum des Menschen zu. Die Ungewissheit über dieses Ereignis und die damit verbundenen Folgen erzeugten beim Menschen Angst.

Als Mann der Jagd, Vorsteher einer Sippe oder gar deren Krieger dürfen das Wissen, der Mut und der Besitz gewaltig sein. Angst darf allerdings nicht vorhanden sein. Nicht sichtbar jedenfalls. Sie schwächt bei Sichtbarkeit das aktive Umfeld und bemächtigt sich gänzlich der Moral. Angst gebiert Opportunismus wie auch Doppelzüngigkeit und entwickelt sich zur ansteckendsten aller Krankheiten. Das schwächste Glied einer Kette wird durch den Einfluss von Angst erneut belastet und der Zusammenhalt einer Gemeinschaft formiert sich unter dem Gespür von Angst zu einer eigenen, jedoch dauerhaft flüchtigen Kraft.

Der Mensch hatte ohnehin Angst. Die lähmende Furcht war allgegenwärtig. Angst vor der Dunkelheit, Angst vor dem Unbekannten und Angst vor allen möglichen Gefahren, die ihm täglich widerfahren konnten. Noch immer ist die Angst einer der Urinstinkte im menschlichen Gehirn mit permanenter Gegenwärtigkeit. Ohne die Angst hätte es der Mensch niemals so weit in seiner Entwicklung gebracht. Die Angst ließ den Menschen überleben und machte ihn ebenso gewandt wie anpassungsfähig. Angst lehrt Vorsicht. Kein unkalkulierbares Risiko einzugehen und nichts leichtfertig aufs Spiel zu setzen: das ist Angst.

Mit entleertem Darm die Flucht zu ergreifen ist allemal klüger, als sich einer eventuell übermäßigen Macht auszusetzen und dabei sein Leben oder gar das Dasein der gesamten Menschheit zu riskieren. Noch in diesen Tagen ist der Reflex, den Darm zu entleeren, vollständig aktiv und findet im Begriff sich bei Angst in die Hose zu machen seine Existenz. Diesen Reflex der sofortigen Darmentleerung besitzen ebenfalls viele Tiere, die sich vor Angreifern in Sicherheit bringen und zuvor ›Ballast abwerfen‹. Der Fliehende mindert sein Gewicht und kann somit sein Tempo erhöhen.

Es ist nichts anderes als der eiserne Wille der Arterhaltung, der dazu trieb. Menschen haben Angst. Die stärkste Waffe eines Menschen ist das Wissen um die Angst des anderen. Angst entwickelte sich zum steuerbaren Werkzeug. Allein die Androhung einer konsequenten Repressalie lässt Angst entstehen und macht gefügig. Um die Ursachen dieser Angst zu rechtfertigen, suchte der Mensch seit jeher eine dafür verantwortliche Institution. Irgendetwas oder irgendwer muss dafür in die Pflicht genommen oder verantwortlich gemacht werden können. Und der Mensch schaute in seiner Ohnmacht zum Himmel, sah dort merkwürdige Dinge, die sich nicht zu bewegen schienen und beobachtete irgendwann einen Kometen. Noch nie zuvor erblickte der Mensch etwas Bewegliches am Firmament. Jetzt plötzlich traf des Menschen Blick auf einen Kometen.

Der Mensch stand dem Unbekannten mit großem Argwohn gegenüber, spürte eine immense Angst in ihm emporsteigen, die sich seiner Rationalität bemächtigte und sie nie wieder hergab. Der Mensch delegierte diese Kometen einem Absender zu. Möglicherweise sogar einem noch nie vorher gesehenen Schöpfer.

Niemals zuvor schaute der Mensch auf bewegliche Himmelskörper und plötzlich rast ein solcher mit nicht enden wollendem Schweif auf die Erde zu. Das implizierte eine massive Bedrohung! Es existierten keine Erfahrungen, keine Überlieferungen und keine Erzählungen. Niemand kannte sich mit diesen optischen Begegnungen aus. Niemand wusste über die Größe, die Herkunft, das Alter, den Verbleib, die Flugbahn und schon gar nichts über den Grund des Erscheinens. Aber es muss einen Grund geben, warum taucht plötzlich ein Komet auf. Wo war er vorher und warum ist er dort nicht geblieben?

• Wer hat den Kometen in Richtung Erde geworfen?
• War es eine Strafe?

Was konnte dem Menschen zum Vorwurf gemacht werden, um einen derartigen Eingriff in seinen Lebensraum zu rechtfertigen? Beging der Mensch die erste Sünde, ohne sich dessen bewusst zu sein?

Der Mensch huldigte der Sonne, bedankte sich auf Knien ob ihres lichten Erscheinens und der Wärme, die sie täglich mitbrachte. Sie verkörperte seit jeher das Leben. Nun begab sich der Mensch erneut auf die Knie und bat den Absender des Kometen um eine milde Strafe. Der Mensch musste irgendein Verbrechen begangen haben, welches ihm selbst nicht als Vergehen bewusst war, den Absender des Kometen jedoch erzürnte. Der Mensch wird demnach beobachtet, und zwar vom Absender des Kometen. Dieser Absender, der nicht nur mit Kometen wirft, sondern auch den Menschen zu beobachten scheint, ist fraglos ein höheres Wesen: womöglich ein Gott. Ab diesem Moment verbeugte sich der Mensch nicht nur vor der Sonne, sondern auch vor dem funkelnden Dach über ihm, denn er bestimmte es als das Zuhause der unbekannten Absender.

Das Zuhause der Schuldigen, der Verantwortlichen, der höheren Wesen und somit der Hort der Götter. Sie verfügen alles, existieren schon ewig und werden alles Lebende überdauern. Sie sind weise, unbestechlich und rein. Sie herrschen, beherrschen und walten. Sie verfügen über ihre Boten – Verbindungsglieder zwischen Himmel und Erde. Diese Boten ermöglichen eine Kommunikation zwischen dem Oben und dem Unten. Die Götter waren wie die Sonne. Sie waren das Licht, die Heilbringer und die gnadenlosen Richter. Die unbeugsam Gerechten und die unbarmherzig Kategorischen. So wie die Sonne den Tag verließ, um eine dunkle Welt zu schaffen, erschien die erkennbare Unabänderlichkeit in der Entscheidung der Götter, durch die Ankündigung ihrer selbst mit dem Eintreffen der Kometen.

Der Mensch vertrat die Ansicht, die Götter durch Opfergaben korrumpieren zu können, um dadurch Milde zu erwirken. Dauerhaft dargereichte Opfergaben verstanden sich somit als Hoffnung auf stete Mäßigung oder auch Verschonung. Je größer sich der Verlust beim Opfernden darstellte, desto höher wuchs die Erwartung, zumal das Bewusstsein, keinen Anspruch auf jedwede Rücksicht zu besitzen, allzeit präsent war.

Je entbehrungsreicher sich das Opfer gestaltete, desto gewaltiger stellte sich die zu erwartende Gegenleistung in der Fantasie des Opfernden dar. Brüder, Schwestern, Vater und Mutter wurden den Göttern geopfert. Nicht selten auch, um die Hierarchie zu manipulieren. Sie wurden verbrannt, enthauptet, geschändet und öffentlich entwürdigt. Je grausamer sich das Ritual der oftmals nur noch vorgetäuschten Demut realisierte, desto deutlicher sollte sich der Dank der Götter erweisen. Man bediente sich der Götter plötzlich zu Zwecken der Korruption. Die unbestechliche Reinheit des Geistes der Götter unterlag fürderhin dem Gutdünken, genauer gesagt den Eigenschaften des Menschen. Götter waren somit fehlerhaft im Sinne von nicht unfehlbar. Götter waren Sklaven ihres Gemüts und wechselten ihre Laune zwischen Zorn und Gewogenheit.

Der Mensch schaffte es endlich, den wahren Grund all seiner Schuld und der ihm allein obliegenden Verantwortung hervorzubringen: Der Mensch schuf die Götter nach seinem Ebenbild!

Jeder Ursache stand ein Gott vor. Und jedem Gott versuchte der Mensch zu jeder Zeit Wohlwollen zu entlocken, indem er Unterwürfigkeit bewies. Das Ritual, den Himmel auf Knien um Milde zu bitten und ihm ein Opfer darzureichen, hielt Einzug in die Tradition jeden Stammes und somit jeden Volkes. Kinder lehrten es ihren Kindern und eine Generation folgte der Nächsten. Religionen wurden geboren. Die Wissenschaften konnten sich kaum noch frei entfalten. Auf alles erhob der Klerus Anspruch und diktierte bereits im Vorfeld den Verlauf, wie auch das Ergebnis.

Und dann versagten die Boten plötzlich ihre Loyalität und wollten selbst zu Göttern werden. Der Klang der Glocke hieß Neid! Sie wurden abtrünnig. Sie wurden des Himmels verwiesen und schufen den Ort der Verbannung. Die Abwesenheit des Lichts, der Rechtschaffenheit, der Reinheit und somit das Gegenteil jener Stätte, zu der emporgeblickt werden sollte. Sie weilten jenseits des Unten, welches die Heimat des Menschen war. Sie wähnten sich in jeder Form gedemütigt und degradiert. Also trieb es sie noch tiefer nach unten. Immer weiter und weiter. Dort schufen sie die Stätte unter dem Unten, dem Schauplatz des Ereignisses der ewigen Qualen. Den daraus geborenen Ort der ewigen Finsternis und der Verdammnis nannten sie Hölle. Von diesem Moment an musste sich der Mensch ebenfalls herabschauend orientieren.

Diese Ungewissheit wiederholte sich und erzeugte abermals Angst. Sie brachte nun das Dunkle, das Unerforschte, das erneut Unerreichbare und letztlich das Gegenteil des Guten und des freundlich Hellen hervor: die Hölle. Ein finsterer Ort, an dem die Abtrünnigen des Guten in ihren Verfehlungen noch nie da gewesene Qualen erleiden sollten. Ein Ort der Schmach und ein Ort der Schande, vor dem es sich zu fürchten galt.

So wie ein Teil der Menschen die Götter im Himmel anbeteten, taten es andere mit den Fürsten der Finsternis. Bei diesen sogenannten Schwarzen Messen, in denen die Mächte der Unterwelt beschworen wurden, versprachen sich die getreuen Jünger des Schattenreichs ebenfalls Protektion nebst Herrschaft über schwarze Magie. Die Anbetung von Teufeln und deren Helfer erlebte seine Geburtsstunde. Beschwörungsformeln wurden ersonnen, Verwünschungen und Verfluchungen gesellten sich im Nu dazu und dienten ebenso der Furchteinflößung. Das Ziel war stets die Beeinflussung der menschlichen Sinne. Das Dirigieren von Wahrnehmungen bedeutete Macht.

Der Umstand zaubern zu können, übte auf den Menschen einen ungeahnt gewaltigen Reiz aus, zog ihn in seinen Bann und ließ alsbald eine eben solch feste Gemeinschaft wie die der Diener der Götter entstehen. Die dunkle Macht war das Gegengewicht zum Licht und reagierte gleichsam proportional, wie der Schatten zu einer Figur.

Der Himmel wuchs. Allem und jedem wurde ein Gott zugewiesen und alles dort Betreffende unterlag von nun an der zugemessenen Gottheit. Es existierte ein Gott des Meeres, ein Gott der Berge, der Wiesen und Wälder, der Ernte, des Regens, der Winde, des Donners und des Blitzes. Götter des Himmels konkurrierten durch die Aktionen des Menschen mit den Göttern der Unterwelt. Der Mensch entledigte sich seiner Verantwortungen und übergab sie den Göttern. Das Gewissen war rein und die Schuldigkeit an einen fehlbaren Sündenbock delegiert. So organisierte sich jeder Stamm, jedes Volk und jede Rasse. Stießen diese Völker aufeinander, so prallten ebenfalls ihre Götter aufeinander und buhlten gewaltsam um Akzeptanz. Götter degradierte die launenhafte Zuordnung der Menschen zu willfährigen Alibis, deren einstige Anbetungswürdigkeit be-spöttelt, kritisiert und hinterfragt oder sich ihrer amüsiert wurde. Göttern gegenüber herrschte eine sowohl respektlos belehrende Unzufriedenheit, als auch ein stets beklagenswerter Zustand, der ein durch göttliche Gewalt erlangtes Resultat anzweifelte.

Der Glaube entstand und geriet zu einer metaphysischen Währung. Glaube konnte kreditiert, verzinst und außerdem vererbt werden. Der Glaube brachte eine Art Zwillingsgeschwister mit zur Welt: der Aberglaube. Wer dem Glauben widerstand, gegen ihn verstieß, lästerte oder den Glaubenshütern missfiel oder gar destruktiv agierte, war ein Frevler, beging Sünde und wurde der Buße übereignet.

Die schiere Überzeugung musste gleich beim ersten Mal bestens gelingen und nicht selten stand die Angst dabei Pate. Es gab einen Gott des Lichts und einen Gott der Finsternis. Bald wussten die Menschen selbst nicht mehr, wer letztlich Schöpfer und wer der Geschaffene war. Die Götter sind demnach Realität. Sie wachen permanent über den Menschen. Aber auch die Verbannten sind zugegen und begeistern mit Verführung und Zerstörung. Es herrschen allzeit helle und dunkle Mächte.

»Wo viel Licht ist, ist starker Schatten.«

(Götz von Berlichingen – Johann Wolfgang von Goethe – deutscher Dichter
* 28.08.1749, † 22.03.1832)

Des Menschen umfassendste Sorge war seine anhaltende Angst. Sie wurde sein ständiger Begleiter. Nicht zuletzt darum vertraute er niemandem. Alsbald erkannte der Mensch, dass sein eigenes Leben und das seiner Familie und seiner Sippe Schutz benötigt.

Einem fremden Menschen zu begegnen und sich für einen anderen auszugeben war ohne Weiteres möglich. Niemand wusste im Vorhinein um das Erscheinungsbild eines Fremden. Sich selbst durch eine andere Person ersetzen zu lassen, war demnach anzustreben und gelang nur dort, wo es zumutbar war. Da der Gegenüber lediglich irgendjemanden, jedoch keine spezielle Person erwartete, konnte der Effekt eines Doppelgängers vernachlässigt, respektive komplett unterschlagen werden. Um all diese Vorgänge herrschte strengste Verschwiegenheit. Dennoch war es kaum möglich gewesen, gewissen Spekulationen konsequent zu begegnen.

Lange Zeit galt der gesamte Raum um das Mittelmeer als Zentrum der Welt. Dort florierte der Handel. Land- und Wasserwege wurden erschlossen und Waren erheblich bequemer und schneller zu den Handelsplätzen befördert. Der Glaube an die Götter war unabdingbar und die Regierungen mächtig. Der wahre Herrscher blieb allerdings des Menschen Angst. Einzelpersonen, Dörfer, Städte und selbst ganze Regionen wurden von Kriegern gegen eventuelle Angriffe beschützt. Dieser Um¬stand verschlang primär die Reichtümer der Machthaber. Sich gewaltsam fremden Eigentums zu bemächtigen stellte seit jeher den Beweis vermeintlicher Überlegenheit und falsch verstandenen Anspruchs dar.

Über gottgleiche Macht zu verfügen entwickelte sich als Rauschmittel und übertünchte den Neid auf die wahren Götter und Machtinhaber. Wahre Macht besaß zweifellos das Geld. Geld und Macht bildeten daher ein nahtloses Bündnis für alle Zeit.

Kaufleute erwirtschafteten unermessliche Reichtümer und besaßen ein Tausendfaches mehr an Kapital, als die jeweiligen Regenten der Länder. Die Abhängigkeit wuchs in die Unaufhaltsamkeit. Das gültige Ende der pekuniären Anhäufung geschäftlicher Verpflichtungen fand schließlich im Gesinnungsaustausch der relevanten Landesregenten, mitsamt seinem vollständigen Rat statt. Es geschah imaginär, nicht personell. Der Mensch vertraute dem Wort zwar mehr als der Münze, doch diese Kondition sollte eine Wende erfahren. Von jenem Tage an wurde jedes Land durch die Macht des Geldes regiert, doch dem Auge bot sich dieser Umstand nicht. Eine verschwindend kleine Gruppe verfügte die Geschicke der ganzen Welt.
Gleichsam wachte diese Macht über den Glauben und die Sitte mit unduldsamer Entschlossenheit. In den Ketten, die der Mensch einst schmiedete, hielt er sich nun selbst gefangen.

Gut und Böse, Schmerz oder Wohltat, heiß oder kalt, oben oder unten, Himmel oder Hölle und vorwärts oder rückwärts waren Worte mit Bedeutung. Worte mit Gewicht und Worte mit einer Bedingung. Worte mit Klang und Worte mit Format. Worte mit Verpflichtung und Worte mit Inhalt. Worte mit einer Botschaft und Worte mit einer Gewohnheit. Feststehende Begriffe und Werte von Moral waren es allesamt. Ihre Bedeutung wurde jedoch neu geeicht und sie kamen plötzlich anders daher. Waren es neue Worte mit neuem Inhalt, mit neuem Klang und mit neuer Bedeutung? Oder waren es alte Worte mit neuem Inhalt, mit neuem Klang und mit neuer Bedeutung? War es ein Schattenspiel oder wurde es zu einer anderen Wirklichkeit? War es bloß eine andere Perspektive oder war es von nun an der allgemeingültige Sinn allen Lebens?

Sie forderten neue Verpflichtungen und neue Verbeugungen. Die alten Diener kratzfußten vor ihren neuen Herren.

»Und willst du nicht mein Bruder sein,
so schlag ich dir den Schädel ein.«

Bernhard Heinrich Martin Karl von Bülow (* 3. Mai 1849 in Klein Flottbek, heute Teil Hamburgs; † 28. Oktober 1929 in Rom), seit 1899 Graf, seit 1905 Fürst, war ein deutscher Politiker und Staatsmann.

Schneller als die Sohlen eines Hellenen es zu befördern vermochten, verbreitete sich die Kunde, dass eine betörende Melodie auf einer güldenen Pfeife gespielt imstande war, die Behäbigkeit eines Hegemonen zum Tanz zu bewegen. Juwelen, Gewänder und Bollwerke strahlten nur bei Licht; weniger bei Dunkelheit. Und da ein Mensch dem Zweiten gleicht und Blut allein Leben schenken will, zwang die Not zur Geburt des Adels.

Aufgrund vornehmlicher Herkunft mit wohlklingender Nennung privilegiert zu sein, hieß fortan das Anzustrebende: des Menschen neue Freiheit. Und zur Liebe, dem Hass, der Eifersucht und der Angst, gesellte sich die über Allem wehende Gier.

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Der Figaro - Was ist schon ein JahrKlappentext:

Der FigaroWas ist schon ein Jahr

Auf dem Dachboden des elterlichen Bauernhofs fällt Adrian beim gemeinsamen Spiel mit seiner Zwillingsschwester eine Schere in die Hände.

Er findet heraus, dass sie mit den Haaren auch Lebensjahre abschneidet, wodurch eine spontane Verjüngung stattfindet. Diese bestimmbare Rückversetzung betrifft lediglich die Person, deren Haare geschnitten werden. Nur sie wird umgehend jünger. Alles andere, wie die aktuelle Zeit, die individuelle Erfahrung und auch das Gedächtnis, ändern sich nicht.

Sowohl Adrians Kindheit als auch seine Jugend verlaufen unglücklich, weil ihn sein äußerst gewalttätiger Vater wegen jeder Kleinigkeit misshandelt.

Auf dieser Welt war er nicht willkommen, seine Zwillingsschwester hingegen schon. Sie wurde in jeder Weise bevorzugt und wusste diese Position auch auszunutzen. Selbst als junges Ding gab sie sich schon sehr aufreizend.

Adrian tritt im Dorf eine Lehrstelle als Friseur an. Es war sein Wunsch, seitdem er die Schere fand. Er hielt es für einen Wink des Schicksals.

Später, während eines Besuchs in der Stadt, lernt er die bezaubernde Marielle kennen. Sie heiraten und sie beziehen ein Haus.

Marie, wie Marielle allgemein genannt wird, stammt aus einer vornehmen und begüterten Familie. Dadurch erfährt Adrians Leben einen drastischen Kurswechsel, war er doch stets der Bauernbursche. Rasch passt er sich dieser Veränderung an.

Mittlerweile hat ihn die Spielsucht fest im Griff. Die aus dieser Leidenschaft entstehenden Verpflichtungen sind immens. Er besinnt sich auf die Fähigkeiten der Schere, die er seit dem Zeitpunkt des Fundes stets bei sich trägt und entwickelt eine Idee.

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Alexa hat gesagt – nobody is perfectJetzt als PRINT oder als eBOOK im Online-Shop erhältlich.

Klappentext:

Alexa hat gesagtnobody is perfect

Dieses Buch versteht sich nicht als Bedienungsanleitung oder als Tippgeber zum besseren Handling mit der KI namens Alexa. Die im Buch geschilderten Situationen mit existierenden Geräten gleichen Namens sind rein zufällig …

Von Knall auf Fall wird Karl zum Witwer, doch er kommt mit dem Umstand – allein zu sein – überhaupt nicht zurecht. Immerhin war er mit seiner Gundi 38 Jahre verheiratet und das lässt sich nicht so einfach abschalten.

Um ihm das Alleinsein zu erleichtern, schenkt ihm sein bester Freund und Nachbar Kalle einen interaktiven Sprachassistenten. Karl ist begeistert.

Er lernt die betuchte und extravagante Kosi kennen und begleitet sie auf eine Flusskreuzfahrt, die ihren Beginn in St. Petersburg nimmt und auch dort wieder endet.

Karl verliebt sich in Kosi und wird ohne sein Wissen als Transportmittel für einen Diamantenschmuggel missbraucht.

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Hölle, Satan, Böse, Verführung, Hoffnung, Erlösung, WilleJetzt als PRINT oder als eBOOK in allen bekannten Online-Shops erhältlich.

Bis zum heutigen Tage entwickelte sich der Teufel zu einer angsteinflößenden Drohgebärde. Stets galt es, der Vielfalt seiner Namen, Bezeichnungen, Insignien und der schieren Unendlichkeit seiner Erscheinungsformen auszuweichen.

Die Religion lehrt:

Sich dem Bösen auszuliefern kommt der Festnahme mit anschließender Gefangenschaft des Krieges nahe. Die Hölle erwartet somit alle, die sündigen und damit der verführerischen Macht des Gehörnten unterliegen.

Den Teufel nährt die unreine Seele eines Menschen. Die Furcht sein Ende bei ihm zu finden, ist demnach berechtigt groß und wer ihm dennoch zu trotzen und auszuweichen weiß, wird mit der Erlangung der Glückseligkeit belohnt.

Doch den Teufel gab es nicht immer. Länger lebten die Menschen davor ohne diese Knute. Brauchte es demnach einen Teufel, um Menschen erziehen, sie leiten und lenken zu können?

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Die Erfindung des Geldes - Der Wert der ArbeitskraftJetzt als PRINT oder als eBOOK in allen bekannten Online-Shops erhältlich.

Geld. Das hat ganz bestimmt etwas mit komplizierten Vorgängen von Finanzen, mit internationalen Transaktionen, mit Aktien und mit der Börse zu tun … wahrscheinlich schon, aber nicht in diesem Buch.
Was ist Geld?
Eine Insel.
Eine abgelegene, idyllische und verträumte Gegend.
Palmen wiegen sich geschmeidig im Wind.
Die seichten Wellen plätschern beruhigend an den paradiesischen Strand.
Für alles ist gesorgt, es fehlt an nichts.
Man erkundet das Eiland, spaziert an den endlosen Stränden entlang und erspäht plötzlich eine Kiste, die teilweise aus dem Boden lugt.
Dem Anschein nach könnte es eine Schatztruhe sein.
Man schickt sich an sie auszugraben und öffnet sie.
Tatsächlich.
Es handelt sich um eine Kiste voller Goldmünzen, Juwelen und wertvollem Geschmeide.
Reichtum.
Unermesslicher Reichtum.
Jubelsprünge und befreiende Juchzer des unfassbaren Glücks entstehen.
Und dann ereilt die Tatsache, dass sich nichts auf der Insel befindet, was diesen Reichtum umsetzt, erkennen lässt oder Bewunderung erzeugt, das Bewusstsein.

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Die Erfindung des Menschen - Der Effekt der EvolutionJetzt als PRINT oder als eBOOK in allen bekannten Online-Shops erhältlich.

Es dauerte noch eine Weile, bis aus dem Hominiden ein Mensch wurde. Die Evolution startete viele Anläufe, um einen Homo Sapiens zu kreieren.

Doch irgendwann gelang ihr der Durchbruch und der Affe trennte sich von dem, was von nun an als Mensch über den Planeten wanderte.

Doch was macht ihn letztlich aus? Was macht den Menschen zu dem, was er ist? Warum entwickelte sich der Mensch im Westen anders, als im Osten, im Norden oder im Süden?

Entsprechen die unterschiedlichen Mentalitäten einer klimabedingten Entwicklung? Wird der Mensch also auch von diesen Einflüssen geprägt?

Fördert Besitz Neid? Sind Egoismus und Eitelkeit verzichtbare Eigenschaften oder waren sie über viele Jahrtausende ein unverzichtbares Werkzeug zum Überleben? Wird Genügsamkeit zur Ideologie, doch Völlerei zur Religion? Frönt der Mensch mehr den Traditionen und schafft den Spagat zur Realität nicht? Steht sich der Mensch demnach selbst im Weg?

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Die Erfindung der LangeweileJetzt als PRINT oder als eBOOK in allen bekannten Online-Shops erhältlich.

Seit vielen Tausenden von Jahren leben Menschen auf der Erde. Nie besaßen sie so viel Zeit, um damit verschwenderisch umgehen zu können … oder doch.

Waren die frühesten Menschen bereits die Erfinder der Langeweile?

Es ist der Umgang mit der Zeit, genauer gesagt mit der Lebenszeit, die jedem Menschen in unterschiedlichem Maße zu Verfügung steht. Das Buch befasst sich demnach mit jener Zeit, die keiner speziellen Zuweisung unterliegt, der keiner Aufgabe zugewiesen wurde und innerhalb derer kein Ziel in Sicht zu sein scheint.

Sie ist eine individuelle Empfindung, zumal parallel dazu bei anderen Personen keine Langeweile empfunden wird, dennoch deren Zeit in gleicher Geschwindigkeit verläuft.

Stehen demnach Zeit und Langeweile in einer Beziehung?

Mit nichts beschäftigt zu sein und nichts zu tun zu haben, nicht gefordert oder bloß vom wirklichen Verlauf der Zeit abgelenkt zu werden? Die Veränderung gilt dem Menschen als optischer Beweis für das tatsächliche Geschehen.

Wäre die Zeit eine Produktion, entspräche die Langeweile der Überproduktion … also könnte man den Lauf der Dinge portionieren? Ist das so?

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NIE IM LEBEN - Auf der Suche nach Glück
#TELEGONOS_VERLAG präsentiert das neue Buch von Lutz Spilker.

Jetzt als PRINT oder als eBOOK in allen bekannten Online-Shops erhältlich.

Glück – was ist das? Ist es groß oder klein? Dick oder dünn? Nass oder trocken? Zahm oder wild? Selten oder häufig?
Wie entsteht es? Wo kann man es finden und wem gehört es? Muss man es einsperren, damit es nicht entwischt, oder stirbt es in Gefangenschaft?
Hat es Eltern oder Geschwister und wo kann man ihm begegnen?
Es existiert … aber lebt es? Kann es ein Alter erreichen oder ist Glück zeitlos?
Kann Glück reich oder arm machen oder wird es bloß so empfunden? Unterliegt das Gefühl, Glück zu haben eventuell nur der individuellen Empfindung? Sucht sich Glück womöglich sein Ziel selbst aus und kann es somit auch verfehlen? Unterwirft sich Glück vielleicht einer höheren Macht? Wäre es dann nicht nur Sender, sondern auch Empfänger? Ist Glück nicht bloß ein anderes Wort für den vermeintlichen Vorteil?
Sind die Summe aller Sehnsüchte, Hoffnungen und Erwartungen nicht auch Glück? Bedeutet Freiheit Glück?
Verfolgen wir nun ein fantastisches Abenteuer, das sich vorrangig mit der Suche nach Glück befasst und sich irgendwann ereignet hat.

Klappentext:

Vom Schicksal beauftragt, eine leicht einprägsame Melodie zum Herbeiholen des Glücks zu komponieren, begibt sich Wolfgang Amadeus Mozart mit seinen beiden Begleitern William Shakespeare und Leonardo da Vinci auf eine abenteuerliche Reise.
Die anfänglich so einfach wirkende Aufgabe entpuppt sich jedoch als abenteuerlich Unternehmung.
Die ersten Probleme beginnen allerdings schon während der Vorbereitung, denn Glück, was ist das überhaupt? Eine Empfindung, die jeder anders verspürt? Gibt es vielleicht gar kein Glück und alles entspricht bloß einer Einbildung oder einer Täuschung?
Hat sich das Schicksal etwa doch einen Streich erlaubt und laufen Mozart und seine Mitstreiter bloß einem Gespenst hinterher?

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Gott und die Welt

Gott und die Welt von Lutz SpilkerIn den Bergen gerät ein Mann in ein Unwetter und flüchtet sich in eine noch nie zuvor wahrgenommene Berghütte.

Dort sitzt er einem anderen Mann gegenüber, der ihn glauben lässt, es handele sich bei ihm um Gott.

Also sitzt der Bergwanderer mit Gott an einem Tisch.

Er hat viele Fragen. Aber er hat mehr Angst als Fragen.

Es beginnt ein abwechslungsreicher Austausch von Annahmen und der Austausch von Erlebnissen und Eindrücken.

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