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Vergleichbarkeit

Vergleichbarkeit„Du willst dich doch nicht etwa mit dem/der vergleichen?“ Eine Frage, die oft nicht ohne Wirkung bleibt. Um der Vergleichbarkeit auf die Sprünge zu helfen, wird sich auf die Leistung bezogen, nicht auf die mit einer Leistung verbundene Person. Was steht also einer leistungsbezogenen Vergleichsmöglichkeit im Wege? Ein Metermaß, eine Stoppuhr, eine geschulte Zunge oder ein scharfes Auge? Im Notfall von allem ein wenig.

Vieles ist Ansichtssache, einiges ist Geschmacksache und manche Dinge sind vergleichbar. Oft scheint es jedoch so, dass die Vergleichbarkeit mit der Popularität längst verstorbener Personen stark verknüpft ist. Anders gesagt: diese Personen sind unvergleichbar… gottlob nicht unvergleichlich. Die Unvergleichbarkeit einer bekannten – lebenden oder verstorbenen – Person lässt auf eine Art Unantastbarkeit schließen, und die hat so ganz und gar nichts mit einem leistungsbezogenen Vergleich gemein.

Unwohlsein macht sich allerdings dann breit, wenn sich x-beliebige Personen ständig im Fokus der Vergleichbarkeit mit anderen Personen wähnen. Hier treten Ehefrauen imaginär gegen Schwiegermütter an, und führen einen scheinbar nicht enden wollenden Kleinkrieg. Es beginnt beim Kochen und endet bei der Kindererziehung; leistungsbezogene Kriterien also, die dennoch mit der Überschrift „Schwiegermutter“ versehen sind.

Gut kochen zu können ist somit anzustreben. Es so gut zu können wie ein Paul Bocuse allerdings nicht. An dieser Stelle erklänge dann die Frage: „Du willst dich doch nicht mit Paul Bocuse vergleichen?“ Bocuse als Koch oder Bocuse als Mensch? Stehen hier seine Kochkunst oder sein Charakter zum Vergleich? Ist es überhaupt möglich, seit der Geburt einiger Zeitgenossen deren Künste zu übertreffen, oder wurde mit ihrer Geburt das erreichbare Maß dieser Disziplin gesetzt?

VergleichbarkeitWäre es demnach unsinnig, die Sangeskünste eines Pavarotti mit denen eines Caruso oder eines Gilgi vergleichen zu wollen? Spielt Lang Lang Beethovens Appassionata besser als Claudio Arrau? Was würde der Komponist selbst dazu sagen? Und wie war das mit Fred Astaire, Nurejew und Michael Jackson? Schlägt etwa das Herz des Niccoló Paganini mit dem Segen des Yehudi Menuhin in der Brust von David Garrett?

Ist es womöglich der Neid des eigenen Unvermögens, welcher es nicht zulassen will, dass eine bisher (noch) unbekannte Person die Qualität einer bekannten Person abzuliefern die Stirn hat?

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