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Und alles begann mit einem hölzernen PferdModemesse? Filmball? Pressetermin bei Hof? Italienische Sportwagen bis zum Horizont. Einige Rolls Royce und Bentleys halten nacheinander vor dem Roten Teppich. Der Wagenschlag wird von livrierten Herren mit weißen Handschuhen und Zylinder geöffnet und sich tief verbeugt, während die Kopfbedeckung sittsam vor der Brust gehalten wird. Niemand scheint die Personen zu kennen, welche den Karossen entsteigen. Generalprobe mit lebenden Dummys? Nein!

Aber es müssen doch betuchte Herrschaften sein, die Lackschuhe bevorzugen, sich in Seidenanzüge hüllen und wasserdichte Schweizer Chronometer tragen. Sommerliche Lüftchen ziehen vorbei und das einzige Gewitter würden die Blitzlichter der Kameras erzeugen, wenn … wenn nicht Fotografierverbot auf dem gesamten Gelände herrschte. Auch die in 800 Meter Entfernung auf den Bäumen sitzenden Paparazzi werden von den sportlichen Herren hinter den dunklen Brillen heruntergeschüttelt. Die Gesichter der Gäste dieses seltenen Beisammenseins möchten nicht von den Titelseiten der Boulevardpresse blicken und auch nicht lächeln.

Und alles begann mit einem hölzernen PferdLächeln ist gut für Fans. Wer keine Fans hat, muss nicht lächeln. Hacker treffen sich nicht unentwegt derart pompös. Das geschieht nur zu absolut erlesenen Anlässen, dann jedoch vor spektakulären Kulissen. Ein 4-Sterne-Hotel an der Côte d’Azur bietet sich für derlei Events geradezu an. Das sind Hacker? Sind das nicht diese Kapuzenmännchen mit den gelben Fingern und den schlechten Zähnen, die sich nächtelang mit Aufputschmitteln wach halten? Und die fahren Bentley? Fahren die nicht U-Bahn oder gestohlene Fahrräder? Die residieren in Luxusherbergen? Nicht Hotel „Mutti“?

Die Zeiten ändern sich und Hacker der Spitzenklasse sind ebenso gefragt wie ein brillanter Schönheitschirurg. Der eine erzeugt Falten und der andere ist für die Beseitigung zuständig. Heutzutage ist es zwar immer noch trendy ältere Personen über den Tisch zu ziehen, aber die wahren Machthaber drängen nicht den wehrlosen Opa in die Ecke, sondern setzen ganzen Regierungen den Säbel auf die Brust. Datenmanipulation und Datendiebstahl sind die Einnahmequellen der Zukunft und der Beruf dafür heißt: Hacker (sprich Häcker).

Und alles begann mit einem hölzernen PferdHier geht es um das Einschleusen manipulativer Daten, die vom System nicht als „Fremdkörper“, im Sinne eines Virus angegriffen bzw. zerstört, sondern akzeptiert und transportiert werden. Allerdings ist das Ergebnis ein anderes, als das der unveränderten Daten. Um eine derart „unauffällig“ aber schnell arbeitende Software erarbeiten zu können, muss Professionalität erworben werden. Branchenbekannt ist nun mal, dass die besten Programmierer unter den Hacker zu finden sind. Und Spezialisten sind kostenintensive Budgets, auch das ist bekannt.

Wenn irgendwo die „rote Lampe“ brennt, weil das System eine „Unregelmäßigkeit“ entdeckt hat, ist es oftmals schon zu spät. Wenn irgendwo ein USB-Stick gefunden und vom Finder in ein System geschoben wird, weil die menschliche Neugier zur grausamen Falle werden kann, dann ist es ebenfalls schon zu spät, denn der Hacker rechnete damit, dass genau das geschieht. Wenn nicht heute, dann eben morgen. Aber der Plan ging auf und nur darum ging es. Fernsteuerung? Irgendwie schon. Erpressung? Ganz gewiss. Erziehung? Bedingt schon, aber nicht unbedingt!

Und alles begann mit einem hölzernen PferdKriege kosten Geld, sie verschlingen Unmengen an Material, von den Leben der nicht mehr Heimkehrenden ganz zu schweigen. Kriege zerstören eine Menge und Kriege führen nicht immer und konsequent zum Ziel. Hackerangriffe sind erheblich effizienter, probater und kostengünstiger. Sie haben nicht nur ständig die Pole-Position inne und die Nase vorn, sondern werden stets als Sieger durchs Ziel gewinkt. Das ist zeitgemäße Kriegsführung die sich lohnt. Der Lohn zählt sich in konvertierbarer Währung ab eines 8-stelligen Betrags.

Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt.
Zweiter Vers der vorletzten Strophe aus Goethes Ballade »Erlkönig«

Die Willigkeit kann sich auch auf die Zahlungswilligkeit oder die kalkulierbare Zahlungsunwilligkeit beziehen und Gewalt muss nicht zwangsläufig in Zerstörung enden. Obgleich es nicht direkt den Weg in den Kopf findet gilt es zu verstehen, dass Hacker nicht zu ungezügelten Aggressionen neigen. Zu viel steht auf dem Spiel. Wochenlange Arbeit kann nicht aufgrund undisziplinierten Verhaltens demontiert werden. Ebenso Und alles begann mit einem hölzernen Pferdverwirrt es den Kopf, wenn sich irgendwelche Superhirne in div. TV-Serien binnen weniger Momente in ein hochmodernes Sicherheitssystem hacken, als brächen sie mal eben Omas Speisekammer auf.

So gesehen sind Hacker die Hofschneider der Kaiser und Könige. Und wir kennen sie alle: Des Kaisers neue Kleider…

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