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Neuverfilmungen

NeuverfilmungenBeim Kauf einer stimmungsverheißenden Party-CD neueren Datums, treffen die Augen und Ohren nicht selten auf Songs, zu deren Beat man schon den Körper in Wallung brachte, als das Original noch die Chartplätze belegte und Kellerpartys hoch im Kurs standen.

Bewährtes, Umsatzversprechendes und nicht zuletzt, der sich ständig weiterentwickelnden Technik wegen, die auch im cineastischen Bereich keine Pause einlegt, werden Kinofüller immer wieder gerne neu verfilmt.

Die Original-Schauspieler sind teilweise für immer von uns gegangen, haben sich evtl. zurückgezogen, leben in Seniorenunterbringungen oder fristen ihr Dasein glücklicherweise im Kreise der Familie. Die noch Lebenden besitzen eine Gemeinsamkeit: sie sind vielleicht nicht alt, aber auf jeden Fall älter geworden. Niemand möchte als zahlender Zuschauer heutzutage eine mit Thrombosestrümpfen tanzende Ginger Rogers sehen, wenn man sich schon vor etlichen Jahren in ihr Können verliebte.

Auch wird die Story an manchen Stellen nachgeschliffen und dem aktuellen Verständnis angepasst. Nicht jeder, dieser oft schon zu Klassikern geratenen Streifen, eignet sich zur Neuauflage, manches sollte man einfach ruhen lassen, statt es »verschlechtbessern« zu wollen. Nicht nur Menschen und deren Schicksale werden schmissiger inszeniert, auch Kreaturen wie z. B. »King Kong« werden von Version zu Version gigantischer.

Erklommen sie einst einen Wolkenkratzer, werden sie künftig damit spielen, wie mit einem Queue.

Auch die »Titanic« scheint erneut dasselbe, weltweit bekannte Schicksal erleiden zu müssen, und wird ritualgleich, einer mittelalterlich anmutenden Folter ähnelnd, wieder und wieder in die Tiefen der Meere geschickt. In der nächsten Verfilmung wird die weibliche Hauptrolle von Ann Kathrin Kramer besetzt und den männlichen Part belegt Benno Fürmann.

Hoch im Kurs liegen und in den Warteschleifen fliegen natürlich schon ausgesuchte Objekte dieses Genres. So entstehen in den Studentenkommunen ostasiatischer Einfältigkeit Drehbücher am Fließband. Somit wird demnächst eine Neuverfilmung des legendären Streifens Casablanca erscheinen.

Zwei Auswanderer (gespielt von Ann Kathrin Kramer und Benno Fürmann) schaffen es per Fähre bis nach Casablanca und eröffnen eine Kneipe. Aus Versehen stiegen sie auf das falsche Boot, denn eigentlich war eine Boutique auf Mallorca das Ziel. Der dort – in Casablanca – seit gefühlten Dreihundert Jahren und schon mit Rentenanspruch beschäftigte Pianist, kann nur einen Song klimpern und wird deshalb gefeuert. Die Sache landet vor dem Arbeitsgericht und frisst das (aller, aller) allerletzte Geld auf, warum die Auswanderer wieder nach Hause müssen.

Auch in akademischen Kreisen muss von Zeit zu Zeit neu tapeziert werden, warum auch Doktor Schiwago einer Komplett-Sanierung unterzogen wird. Die Story ist recht fix erzählt, denn ein auswanderungswilliges Pärchen (gespielt von Ann Kathrin Kramer und Benno Fürmann) steigt aus Versehen in den falschen Zug und landet in Moskau. Eigentlich wollten sie zusammen nach Las Vegas, aber dahin fuhr kein Zug. In Moskau baute er für Reiche schwungvolle und ausladende Treppen und sie wienerte das Geländer. Doch dann verkalkulierte er sich bei einem Warenvorkauf so sehr, dass ihnen nicht anderes blieb, als vom (aller, aller) allerletzten Geld wieder nach Hause zu fahren.

War früher wirklich alles besser?

In der Antike war Kleopatra eine sowohl geachtete, als auch gefürchtete Persönlichkeit und hielt den Bedrängnissen des römischen Imperators Julius Cäsar nur in der jugendfreien Kino-Fassung stand. Ägypten war also schon immer eine Reise wert und allein diesem Motto getreu, zog es zwei (gespielt von Ann Kathrin Kramer und Benno Fürmann) ungehemmt Reise- und Auswanderungswillige in das Land mit dem wahrscheinlich breitesten Strand, das Land der Pyramiden, der Pharaonen und der Sonnenanbeter.

Das per Videokonferenz beäugelte Reisebüro entpuppte sich nicht nur als freistehende Wellblechgarage, sondern auch als geschäftliche Katastrophe, denn bis auf ein paar durchgeknallte Auswanderer, besaßen alle Touristen ein Ticket in die Heimat. Dieser Fehlinvestition erliegend, traten beide von ihrem (aller, aller) allerletzten Geld die Heimreise an.

Der sagenumwobene Schwarze Kontinent mit seinen vielen Facetten, war schon immer ein besonderer Reiz- und Treffpunkt für Forscher und verwöhnte Touristen. Im Herzen dieser sonnenverwöhnten Gegend, wollen zwei ausgebildete Mediziner eine Art Hilfe-Station eröffnen. Kein geringerer als Tarzan steht ihnen dabei als Kurier zur Seite. Leider wird diese Aktion nicht staatlich gefördert und den beiden Protagonisten (gespielt von Ann Kathrin Kramer und Benno Fürmann) geht die Barschaft aus. Der Kurier kann nicht mehr bezahlt werden und das TÜV-Siegel für die Inspektion der Lianen, besitzt in diesem Land keine Gültigkeit, so dass eine Heimreise als (aller, aller) allerletzter Ausweg bleibt.

Weniger aufwändig und budgetschonender gestalten sich ehemalige Zeichentrickfilme wie die, der über alle Grenzen beliebten Heidi (gespielt von Ann Kathrin Kramer) und ihrem ziegenhirtenden Peter (gespielt von Benno Fürmann). Heidi hat das Leben als Luxus-Süchtige in der Penthauswohnung (143 m², gekachelte Garage, beheizte Terrasse, Lift, Fanta, Cola, Sprite, etc.) satt und flieht in die Berge zu ihrem Großvater (gespielt von Johannes Heesters) und dessen Bernadiner (gespielt von Kermit dem Froschn), um dort ein normales Leben zu führen.

Ihr verlobter Freund namens Ziegen-Peter fühlt sich vor den Kopf gestoßen und reist ihr nach. Aufgrund äußerst indiskreter Hinweise seitens des Hundes an sein Herrchen hinsichtlich verräterischer Gerüche aus Heidi’s Kammer (gespielt von Kammersängerin Anneliese Rothenberger), weist ihr der Großvater die Tür. Als Ziegen-Peter davon Wind (gespielt von Jörg Kachelmann) bekommt, reist er ihr aus rein solidarischen Erwägungen nach und alle waren glücklich, bis ans Ende des Films.

Viele Produktionen werden aus diesem Grunde mehrteilig geplant.

Auch ist es immer wieder ein Problem, Jahrzehnte später ein geeignetes Double zu finden, welches den Haupt-Akteur in brisanten Szenen ersetzen soll. Allein das erwies sich beim Dreh des Weißen Hai als recht schwierig. Bei Flipper soll es ähnlich gewesen sein.

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