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Sei mal Mumie und kein Rocker, denn du hast ’ne Bandage locker.

The Voice of the Mummies – The Voice für MumienWenn schon langhaarige Kiffer körperbiegend und mit Nichts in den Händen zu fetziger Mukke Luftgitarre spielen, sich mehrfach dafür jedoch unhörbar vergreifen, wird es Zeit an jene zu denken, deren baumwollene Verbände Jahrtausende formtreu blieben, aber sich zu lockern beginnen, wenn kein Blitz, sondern wieder Leben in den Einbalsamierten fährt. Der oft mit einem Fluch belegte Bandagenfreak beginnt seine Sprache wiederzufinden und stammelt vor sich hin.

Diese gewürgten Worte werden jetzt mit tanzbaren Rhythmen unterlegt und unter dem Motto „The Voice of the Mummies“ performed.

Es ist zugegebenermaßen gruselig, wenn sich bei schummriger Beleuchtung der Deckel eines Sarkophags öffnet und diesem eine leibhaftige Mumie entsteigt. Wenn sich anfängliches Grunzen und Gurgeln langsam in Röcheln wandelt, dem ungeübten Ohr wie die letzten Worte eines unschuldig Strangulierten erscheinen und in einem elend seufzend anmutenden Jammern enden. Dann – wenn diese Performance endet – wird es die Jury, bestehend aus Notärzten und langjährig praktizierenden Pathologen, schwer haben zu entscheiden, wer weiter kommt.

Auch wird in den Medien jetzt schon heiß darüber diskutiert, wie weit man kommen kann, schließlich haben sich die Bandagen gelockert und selbst über schlecht verknotete Schnürsenkel sind schon viele gestolpert. Unfälle am laufenden Band in einer TV-Show will niemand riskieren.

Bereitstehende Maskenbildner/innen können eingreifen, um das Schlimmste zu verhindern versuchen, wenn sich Kopfbinden oder sonstige Vermummungen unfreiwillig zu lösen drohen und unschöne Anblicke freilegen wollen. Das Spektakel ist nicht für jedermanns Gemüt und man muss schon über Nerven wie Stahlseile verfügen, um als Zuschauer dabei sein zu können.

The Voice of the Mummies – The Voice für MumienDie Mumien stammen teilweise aus Museen oder sind mit Sponsorengeldern von weit her angereist. Bei den zahlreichen Sponsoren handelt es sich überwiegend um Wund-Pflaster-Fabrikanten und die Industrie der plastischen Chirurgie.

Den Mumien winkt zumindest eine Rückfahrkarte, nachdem sie gründlich und medizinisch versorgt wurden. Schon jetzt stehen die Bosse der Plattenfirmen auf den Zehenspitzen, denn noch nie gab es einen Mumienchor. Eine CD mit den „Mummies Five“ wäre zum Feiertagsgeschäft der Verkaufshit schlechthin und ließe den Rubel in der Branche rollen.

Außerdem wurde vertraglich festgelegt, dass ballettartiges Auf- und Niederhüpfen nicht vollführt werden muss.

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