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Indianer in BelgienZugegeben. Das Wort Interessanz gibt es gar nicht. Noch nicht jedenfalls. Seit vielen, vielen Jahren und nun schon in der dritten Generation kämpfe ich mit dem Hüter des deutschen Sprachguts namens Duden, um die Anerkennung, den Eintrag und die gleichsam etymologische Erklärung des Wortes Interessanz, welches sich – und man ahnte es schon – vom Wort Interesse ableitet. Aber mal ehrlich: Das Wort Interesse ist keinesfalls imperativ genug, um die in Glanz und Größe erscheinende Interessanz zu ersetzen. Niemand käme auf die Idee eine Sackkarre mit einem Bentley zu vergleichen.

Die oder das bekannte Interesse kann bestehen bleiben. Sicher hat sie ihre/es seine Fans und hier wird die Problematik deutlich, hier erweckt der Casus unser aller Interesse. Heißt es nun die oder das Interesse? Über allem schwebt die Interessanz und hier ist der Artikel eindeutig. Ebenso ist es mit der Charmanz. Was ist schon Charme? Das klingt lauwarm und völlig ohne Punch. Es soll Zeitgenossen geben, die alleine aus den genannten Gründen die Benutzung des Wortes „Charme“ verweigern, wodurch es gänzlich nutzlos wird.

Dinge mit Charmanz kommen griffiger daher, eindeutiger und maximal aussagekräftiger. Hier steht man der Benutzung gesonnen gegenüber und erhofft ebenso den Eintrag ins Buch der Bücher und einmal mehr ist der Duden gemeint. Was würde das tollste Stoppschild ohne eine Straßenverkehrsordnung anzurichten wissen? Na bitte! Und zu guter Letzt seien die Schlümpfe genannt. Jetzt würden nun Interessanz und Charmanz aus dem Köcher gekramt und sinnvoll eingesetzt.

Aber mal im Vertrauen: „Die Schlümpfe“ sind eine Übersetzung des Wortes „Les Schtroumpfs“. Der Zeichner und quasi der Erfinder dieser drolligen Blaumänner war ein Belgier namens Pierre Culliford. So gesehen waren und sind sie die Vorläufer der „Blue Man Group“. Es gibt einige Ungereimtheiten im Dasein der Smurfs, wie sie in Übersee genannt werden. Ja – hier wird der Etymologe hellhörig, wenn Sprachgebilde entstehen, die den nachfolgenden Generationen nichts als Rätsel in den Schlafsack basteln.

Superman – so stehts geschrieben – stammt aus einem trostlosen Dorf namens Smallville, was übersetzt „Kaff“ heißt. Die Schlümpfe sind zuhause in „Village schtroumpf“, was (mittlerweile) in der Übersetzung „Schlumpfhausen“ bedeutet. Hier kreuzt sich die Geschichte mit der, der Bibel. Denn auch dort gingen einige Bedeutungen den Bach runter, zumal vom Aramäischen ins Griechische, dann ins Lateinische, Hebräische, Schwäbische, Schlesische und irgendwann ins Schwedische übersetzt wurde. Und da blieb einiges auf der Strecke, wie man noch heute an fehlenden Schrauben erkennen kann. Die Schlümpfe sind religionslos und das hat – wie sich nun mehr als deutlich erkennen lässt – seinen Grund.

Schlümpfe sind – bis auf Schlumpfine – männlich, weissmützig und ansonsten blau. Bis auf den Kollegen „Grand schtroumpf“, den man (mittlerweile) Papa Schlumpf nennt, weil er sich dessen nicht erwehren kann. Nicht umsonst sagt man: Immer auf die Kleinen. Aber verharren wir noch ein Weilchen bei der Farbe Blau. Die Simpsons sind gelb, weil schon alle Läden dicht hatten und nur der gelbe Stift noch Farbe besaß. Aha. Die Schlümpfe sind blau, weil sie als gelbe Wesen und Vertreter des Kleinwuchses wie Chinesen ausgesehen hätten und in grün, den (bis dato noch immer nicht entdeckten) Marsmännchen ähnelten. Rot käme wegen des Begriffs „Rothaut“ schon gar nicht in Frage. Also bliebe nur blau. Wieder ein ewiges Rätsel des Menschheit gelöst. Aber die Affinität zur Rothaut blieb und man erkennt es an Papa Schlumpf.

Er trägt nicht nur als einziger eine rote Mütze, sondern auch einen Bart. Alle anderen – jetzt spielt Schlumpfine wieder mit – sind bartlos. Falsche Ernährung führte zu Mineralienmangel, der wiederum zu Vitaminmangel führte. Schleppende Bildung neuer Enzyme und schließlich Proteinmangel trieben den Bartwuchs gänzlich in den Ruin. Genau wie bei den Indianern. Hormonelle Veranlagung, aufgrund klimabedingter Abstammung nennen es die Anthropologen auch. Demnach wären die Schlümpfe mit den amerikanischen Ureinwohnern zumindest genetisch verwandt, was viele Fragen beantwortet und die Interessanz der Sache in den Vordergrund rückt. Aber was machen Indianer in Belgien?

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