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Wie ein Ei dem anderen… gleichen sich zwei Dinge, wenn sie sich ähnlich sehen. Jedenfalls behauptet es ein geflügeltes Wort, völlig zu Unrecht, denn so ziemlich alles, was Mutter Natur schafft, ist ein Unikat und sieht nichts anderem ähnlich. Kein Baum sieht seinem Artgenossen ähnlich, warum also das Ei. Schauen wir nicht richtig hin oder ist es uns egal oder haben wir die Fähigkeit, Dinge zu unterscheiden, einfach verloren?

Den eben geborenen Menschen interessiert vorrangig die Person, welche ihm Nahrung gibt. Das wäre im Normalfall die Mutter. Auch interessant sind jene Menschen, die für den frischgebackenen Erdbewohner als Bezugsperson eine Rolle spielen. Diese Gesichter prägen sich ein, denn eine Wiedererkennung ist wichtig. Diese Fähigkeit, Gesichter unterscheiden zu können, verliert ein Mensch noch im Kindesalter.

Auch ein Ei von einem anderen zu unterscheiden ist bei Erwachsenen nicht erforderlich, also konzentriert sich die Entwicklung auf vorrangigere Dinge. Diese sind je nach sozialem Umfeld absolut different. Während einer mehrere Schlüssel voneinander zu unterscheiden vermag, um den Auto- nicht mit dem Hausschlüssel zu verwechseln, unterscheidet man woanders evtl. Pflanzen voneinander, die sich oberflächlich betrachtet ähneln.

Die eine Pflanze ist jedoch giftig und sollte darum nicht gegessen werden und die andere Pflanze ist in dieser Hinsicht als völlig unbedenklich zu betrachten. Giftige Pilze zu erkennen, kann somit Leben schützen. Dazu muss man Profi sein und um ein Profi zu werden steht üben auf dem Plan. Übung, Training und die daraus rekrutierende Fertigkeit, denn auch hier sagt ein geflügeltes Wort: Übung macht den Meister.

Selbst die alltäglichsten Angelegenheiten bringen den Laien zum Straucheln und immer wieder stellt man fest, dass lediglich mehr Routine eine Garantie bilden könnte. Eine Garantie sich nicht zu blamieren, souveräner aufzutreten oder ernster genommen zu werden. Je weniger ein Mensch selbst die Fähigkeiten trainiert, die er ehemals beherrschte, tritt er als Laie in Erscheinung. Auch Situationen, die man evtl. nicht gewohnt ist, stehen dann als eine Art Hürde im Weg.

Der moderne Alltag mit all seinen Automationen ist ein solches Hindernis. Telefone, welche per Tasteneingabe ein Weiterkommen durch das Labyrinth der Fragen und Möglichkeiten ermöglichen wollen, Fahrkartenautomaten, die offensichtlich nur von ihren Konstrukteuren bedient werden können und Benzinsorten, deren Bezeichnungen weder geläufig noch vertrauenerweckend sind.

Hier sagt der Kopf: Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht! Man lässt die Finger davon und scheut das Hindernis. Der Aufwand zur alternativen Zielsuchung ist zwar gewaltig und erheblich anstrengender, aber in jeder Form vertrauter und wird allein darum favorisiert. Etwaig entstehende Kosten wegen des Mehraufwands, werden kommentarlos akzeptiert. Die Macht der Gewohnheit kommt hier gänzlich zum Vorschein, und besitzt beste Chancen zur Tradition zu werden.

Bildquelle: © by http://www.publicradio.org/columns/marketplace/music/doubt.jpg

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