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Unterschicht und BildungsnotstandDass sich das Kindergeld lediglich aus dem Vorhandensein von Kindern ergibt, denen jedoch nicht zuteil wird, ist weder neu noch unbekannt. Und derlei Unterfangen sind in allen Schichten zuhause, nicht nur in der sogenannten Unterschicht. Ob nun vom Kinder- oder vom Betreuungsgeld die Rede ist, wird niemanden interessieren, denn Geld ist letztlich Geld.

Erheblich neugieriger werde ich, wenn irgendwelche Personen sich mit dem Wort Bildung bewaffnen, um damit zu Felde zu ziehen. Es ist doch lediglich eine Position der kulturellen Umgebung, wenn Bildung zum Synonym für Lesen, Schreiben und Anstand herhalten muss. Analphabeten gibt es hier zu Lande schon „ewig“ und kein Bildungssystem stand diesem Zustand potentiell entgegen.

Somit stünde die Frage, was eigentlich unter Bildung zu verstehen ist, vorrangig zur Diskussion. Peinlich ist es schon, wenn berufene Politiker mit den Artikeln des Grundgesetzes hadern. Ebenso peinlich ist es, wenn die Strophen der hiesigen Nationalhymne nicht im Hinterkopf beheimatet sind. Ist das etwa Bildungsnotstand? Ich denke nicht so. Regelmäßiger Schulbesuch und ein ebensolcher KiTa-Aufenthalt sind kein Garant für Bildung.

Die proklamierte Durstigkeit der sogenannten Unterschicht steht in keinem Verhältnis zu verantwortungstragenden Piloten oder Chirurgen, welche dem Alkohol gleichsam frönen. Ist es also von Sinn „pünktlich (und somit verlässlich) wie die Maurer“ zu sein, oder kommt man mit leichtem Delay daher und schwafelt etwas von „akademischen 5 Minuten“?! Was bitteschön ist nun Bildung?

Das Aufsagen klassischer Gedichte, die Zusammenhänge der Völkerwanderung, die Kenntnis der Strukturen der Musik nach Bach oder die Interpretation eines Picasso-Gemäldes? Das Hochhalten eines Schulabschlusses, der Antritt einer Lehrstelle oder die Fähigkeit ein Instrument zu spielen, dennoch man weder Noten lesen noch schreiben kann? Was ist nun Bildung?

Eine aufgeräumte Wohnung vorzeigen zu können, Frau, Kinder und einen Job zu besitzen, per Dispo-Kredit in den Urlaub zu fahren/fliegen und per Leasing an ein neues Auto zu kommen. Das ist Bildung? Das ist spießig!

Wenn ein „Unterschichtler“ sein Leben nur noch mit Alkohol ertragen kann und ein evtl. Betreuungsgeld dafür genutzt werden könnte, diesen Zustand beizubehalten, dann sollte man als Politiker ernsthaft darüber nachdenken. Denken, nicht reden.

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