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Die Zeit der AnderenWenn jemand mit seiner eigenen Zeit kaum umzugehen versteht, ist und bleibt es seine persönliche Angelegenheit. Wenn jemand jedoch mit der Zeit anderer Personen nicht umzugehen versteht, nimmt oft eine Kollision Anlauf. Redewendungen und Erkenntnisse im Stil von „Zeit ist Geld“ scheinen partiell nicht zu gelten, werden kaltblütig ignoriert oder schlicht für veraltet erklärt.

Das Telefon läutet und man nimmt das Gespräch an, etwas banales, etwas alltägliches, etwas routinemäßiges steht an: Ein Werkstatttermin fürs Töff-Töff. Während des Telefonats, welches lediglich das Absprechen eines Termins verfolgt, ist zu hören, wie am anderen Ende der Leitung geblättert wird, dennoch kein Termin favorisiert wurde. Es eröffnen sich somit die Möglichkeiten:

A – Es wird in der Zeitung geblättert, während die Zeit des Anderen nutzlos verstreicht.

B – Es wird jetzt erst im Terminkalender geblättert, dennoch vor dem Gespräch ausreichend Gelegenheit dazu bestand, der Angerufene nun aber warten muss, bis der Anrufer die richtige Seite gefunden hat.

Die Wartezeit könnte sinnvoll genutzt werden, indem 3 Runden uns Haus als gymnastische Übung eingelegt und vollführt würden. Der Anrufer blättert immer noch und würde es nicht einmal bemerken. Er bemerkt schließlich auch nicht, dass er die Zeit der Anderen sinn- und nutzlos beansprucht, seine Zeit als Stundenlohn jedoch in Rechnung stellt.

Das Rätsel, warum sich viele Damen beim Telefonieren die Nägel feilen und/oder lackieren, ist spätestens jetzt gelöst. Entsprechend der vorherrschenden Jahreszeit ließe sich auch das Eine oder Andere häkeln. Beschäftigungen und Fertigkeiten wie z. B. das Kupferstechen, müssen bei solchen Gelegenheiten erfunden worden sein.

Die Anschaffung eines PC’s für den Betrieb halten immer noch einige Sportsfreunde für völlig überflüssig. Im trauten Heim prangt ein solches Gerät jedoch auf dem Biedermeierschreibtisch. In aller Munde werden Weisheiten vom Schlage „man muss mit der Zeit gehen“ jongliert und steht für ein neues Handy gerne mal stundenlang an. Ein neues Auto, eine neue Frisur und selbst ein neuer Fernseher sprengen nicht das Haushaltsbudget, doch beim Klang des Kürzels „PC“ entsteht so etwas wie Panik.

Es bliebe schließlich nicht bei der puren Anschaffung eines PC’s für den Betrieb. Software würde benötigt und ein wenig Einarbeitung wäre auch von Nutzen. Das kostet Zeit. Am besten eignet sich das Wochenende dafür. Da herrscht Ruhe, Ausgeglichenheit und Sonnenschein auch bei Regen. Aber allein die Kosten.

Der PC, die Software, die Installation, Wartung, Service, die Einweisungen und evtl. Lehrgänge… nein! Dann lieber mit Terminkalender auf Kosten Dritter arbeiten und sich von Zeit zu Zeit einen neuen Wagen, einen modernen Fernseher und nicht zu vergessen eine neue Frisur leisten.

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