Wenn das Wörtchen 'un' nicht wär…Genaugenommen ist es gar kein Wort, sondern eine Silbe. Aber diese Silbe „un“ macht aus einem Menschen einen Unmenschen und aus Kraut Unkraut. Sie macht Mögliches unmöglich und Schlagbares unschlagbar. Seltsamerweise fragt niemand, was dies oder jenes unkostet, dennoch wir das Wort Unkosten kennen. Gibt es keine Unkosten?

Vielleicht ist der Papst unfehlbar und seine Worte gelten als unumstritten. Mag sein. Vielleicht war die Titanic tatsächlich unsinkbar und die Klimakatastrophe hat sich bloß im Datum geirrt. Das wäre dann allerdings ungeheuerlich. Vieles ist von unschätzbarem Wert, doch einen Unschatz scheint es nicht zu geben. Fiel er den Unkosten zum Opfer? Unerlässlich scheint es nicht zu sein, zumindest darauf hinzuweisen. Oder doch?! Was wäre dann aber lässlich?

Natürlich möchte niemand in Ungnade fallen, stellt er auch noch so viele Fragen. Unersetzlich will mancher werden, unbrauchbar hingegen weniger. Das macht unzufrieden, man nörgelt herum und wirkt unbefriedigt. Auf jeden Fall sollte man sich unauffällig und unnahbar verhalten. Ist das so? Ein herannahender Zug ist demnach nahbar? Ein unnahbarer Nachbar mit Hang zur Nachtbar wäre nicht achtbar? Jetzt schlägt’s aber 13!

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Eine Antwort zu “Wenn das Wörtchen „un“ nicht wär…”
  1. tzatza sagt:

    Das ist excellent geschrieben – wunderbar

  2.  
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„Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann das Recht,
anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.“

George Orwell (1903-1950), britischer Schriftsteller

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