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Das Kreuz mit dem TitelDie Idee zu einer Story ist geboren, die ersten Stichworte werden eifrig fixiert und schon konkurrieren die infrage kommenden Titel miteinander. Soll die Story nun „Der grüne Daumen“ oder vielleicht „Die gute Seite des Plastik“ oder eventuell bloß „Wassersparen“ heißen?

Entschieden wird sich dann für eine Überschrift, die zwar keine Neugierde erweckt, auch weder provokant noch originell daherkommt, sondern schlicht und neutral und leider kaum etwa mit dem eigentlichen Inhalt des Geschehens zu tun hat – das ist jedoch das Kreuz mit den Titeln.

Selbstverständlich möchte man sich aber auch als umweltbewusster Zeitgenosse präsentieren und zumindest den Anscheint der Inkompetenz von sich weisen. Dennoch drängt sich die unbeugsame Ehrlichkeit nach vorne und kämpft erbittert um ihr Dasein.

So gibt es diese Binsenweisheiten, dass Pflanzen einen Raum erst zu einem Wohnraum gestalten. Subtrahiert man nun noch die Gedanken um ein optimales Feng Shui, stehen dem privaten Paradies alle Wünsche offen … denn die Pflanzenwelt wurde bereits vor vielen Jahren um die Variante »Kunstpflanze« ergänzt … und um die geht es, um es genau zu sagen.

Der nächste Urlaub steht an, doch wer gießt die Pflanzen? Besitzt diese Person einen grünen Daum oder neigt sie eher zu einem blauen Auge? Man muss wegen einer dringenden OP in die Klinik! Wer kümmert sich um die selbstgezogenen Ableger, die jungen Triebe und den guten Gummibaum, den schon Tante Hilde besaß? Auf wen ist Verlass? Wer plempert den Teppich nicht voll oder das Parkett nicht nass, sondern geht mit dem Wasser sorgsam um?

Also wird sich beim Kauf direkt entsprechend orientiert und sich nach einer Kunstpflanze umgeschaut. Plastik? Im Wohnzimmer? In der Nahrung? Im Meer und gott-weiß-wo noch überall. Das ist die Gefahr davon zu reden. Hier wird die Hürde erkennbar und das Paradies zur Zwickmühle.

Widmen wir und also den Vorteilen einer solch künstlichen Pflanze. Sie benötigt nie Wasser. Es sollte noch einmal betont werden: NIE! Mehr Wasserersparnis ist demnach nicht möglich. Man kann so oft operiert werden, wie man will und die anschließende Reha ersetzt den teuren Urlaub. Vom Ersparten kann man sich zwei weitere Plastikpalmen leisten, sofern noch Platz ist. Niemand – der sich um sie kümmern würde – muss über besondere botanische Fähigkeiten verfügen oder sich des Vertrauens der abwesenden Person bewusst sein. Der Gummibaum verdient seinen Namen endlich zurecht.

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