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Die beleuchtete DunkelheitAugenscheinlich war schon lange niemand mehr dort. Die Spinnweben an der Türe ließen darauf schließen. Der Lichtschalter funktionierte nicht. Vielleicht befand sich gar keine Glühbirne in der Fassung.

Der Flur warf auch kein Licht in den Raum und so blieb es finster. Nicht einmal die Hand vor den Augen wäre zu sehen gewesen. Kein Schatten, kein Umriss, bloß ein geheimnisvolles Versteckspiel.

Die Vermutung auf irgendetwas zu stoßen war berechtigt, denn hier lagerten die mit viel Fantasie angereicherten, doch unerfüllten Gedanken der Menschen. In jedem Zimmer, das vom Flur zu erreichen war, hortete das Schicksal die Vorhaben, die Pläne und die nur geträumten Abenteuer, die im Leben eines jeden Menschen existieren.

Einmal waren es die Amourösen, die Liebe und die Tändeleien, dann waren es die Konstruktionen, die Mechaniken und die Tüfteleien und dann waren es die Bilder, die Ideen und die Gedanken.

Übervolle Schubladen hingen aus den Hochschränken heraus. Sie führten ein kummervolles Dasein in ihrer unbeleuchteten Herabwürdigung.

Irgendwo stand eine Kerze und erhellte ihre Umgebung in begrenzter Weise. Es war, als hielte jemand den Schein der Flamme im Zaum und hinderte das Licht an seiner Ausbreitung. Seltsam.

Die Kerze spendete Helligkeit, doch sie verringerte sich nicht, verbrauchte sich nicht und verbrannte gar nicht. Der Docht glühte zwar, dennoch es ihm ansonsten ebenso erging. Wie lange sie bereits da stand und wie lang sie noch da stehen wird?

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