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Datenspionage – Neid und Häme statt ApplausEs wird festgehalten an dem, was man selbst weiß und was als machbar gilt. Nun stellt man jedoch fest, dass jemand anderes mehr kann, mehr leistet und mehr Beachtung bekommt. Man reagiert mit Neid, statt mit Applaus, ob der Leistung. Man mimt den Gekränkten, den Beleidigten und beginnt zu frotzeln, gar zu drohen.

Die datenmäßige Bespitzelung gesellt sich mit ihrem Erscheinungsbild zur Eifersüchtelei eines Kindes beim Eintreffen weiteren Nachwuchses. Plötzlich steht man außerhalb des Fokus’ und ist nicht mehr der Hauptempfänger jedweder Aufmerksamkeiten. Der Betroffene wähnt Liebesentzug. Quer durch die Jahrhunderte lässt sich dieses Eifersuchtsverhalten beobachten.

Sobald eine Neuheit, eine Erneuerung oder eine Änderung des Bestehenden den Markt erreichte, sich Wissenschaften mit epochalen Errungenschaften konfrontiert sahen oder sich allgemein gültige Werte einer Generalüberholung unterziehen mussten, erfuhr die Welt massiven Widerwillen. Der Mensch bewies sich stets als Gewohnheitstier und sträubte sich geradezu gegen den Fortschritt.

Ginge es nach des Menschen Gewohnheit und Bequemlichkeit, so liefen wir heute noch auf einer vermeintlich flachen Erde durch die Steppe und müssten die tägliche Nahrung mit Speeren selbst erjagen.

… nicht sein kann, was nicht sein darf. (Christian Morgenstern)

Besonders in Hinblick auf IT-Wissen ist das sogenannte Ende der Fahnenstange nicht erreicht, es ist noch nicht einmal in Sicht. Aber schon krakeelen ein paar Leute herum und geben ihr Halbwissen der Lächerlichkeit preis. Findet Fortschritt also nur unter staatlicher Aufsicht statt? Keineswegs! Fortschritt bahnt sich seinen Weg. Spezialisten, welche es vermögen in versiegelte und abhörsichere Bereiche vorzudringen, sind die kleinen namenlosen Forscher unserer Zeit.

Sie bahnen den Namhaften den Weg und überlassen anderen den Lorbeerkranz, der eigentlich ihnen selbst zustünde. So geschieht es täglich in Laboren, Versuchsstätten, Büros und Sportanlagen. Sie leisten schlichtweg mehr und beweisen, dass Unmachbares machbar ist.

Eine NSA dringt in Cloud’s vor, durchstöbert dort Daten jeglicher Art und hört nebenbei Handytelefonate ab. Das liest und hört man. Und damit hat sich’s? Keineswegs. Es wird an anderen Orten ebenfalls gearbeitet, doch von dort hört und sieht man nichts. Von dort stammt kein Whistleblower oder keine Publikation auf WikiLeaks. Die Naivität mancher Amtsinhaber, es wäre lediglich ein Edward Snowden als Impulsgeber da gewesen, disqualifiziert die Betroffenen als Positionshochstapler und gebärdet als extrem beschämend.

Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht einmal in Sicht, geschweige erreicht.

Den aufrechten Gang absolvierte der Mensch schon in grauer Vorzeit und schaute der Evolution aus erhobener Perspektive entgegen. Den aufrechten Gang der Wissenschaft darf der Mensch nach Willen gewisser Personen wohl nie erreichen. Hier wird bebuckelt und gebeugt, gedeckelt und verschwiegen. Gelangen jedoch Ergebnisse Anderer an die Öffentlichkeit und entlarvt Defizite der eigenen Reihen, reagiert der Mensch wieder so, wie man ihn aus grauer Vorzeit kennt: aggressiv statt anerkennend.

One Response to “Datenspionage – Neid und Häme statt Applaus”

  1. Lutz Spilker sagt:

    Hallo zusammen,

    binnen kürzester Zeit erreichten Anrufe und E-Mails den Autor obiger Zeilen und gaben ihm Recht.

    Wollte nicht jeder Teenager den Polizeifunk abhören? Eben. Anerkennende Schulterklopfer seitens der Clique und pseudooffizielles Gezeter seitens der Eltern waren die Folge eines Gelingens.

    Copy & Paste bei Examensarbeiten bis hin zur Dissertation. In der Annahme nicht erwischt zu werden, weil die Technik zur Zeit des Bluffs noch nicht vorhanden war, immunisiert nicht per sé.

    In diesem Sinne

    L. Spilker

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