Feed on
Posts
Comments

Der Stand der Dinge

Der Stand der DingeUnd danach richtet man sich, nach dem Stand der Dinge. Generell betrachtet nicht, denn es herrschen zuviel unterschiedliche Kulturen und die wiederum besitzen eigene Perspektiven, nach denen sich dann gerichtet wird und nach denen nicht selten auch gerichtet wird. Gesetze (z. B.) gibt es überall. Allerdings sind diese recht unterschiedlich und was evtl. hier erlaubt ist muss dort nicht automatisch gestattet sein.

Jeder Staat kann demnach seine eigene Auffassung zur Verfassung werden lassen und nach dieser hat sich der dort Wohnende dann zu richten? Jedenfalls so lange, bis jemand etwas anderes parat hält und das ist dann automatisch der Stand der Dinge. Genau genommen besitzt nichts dauerhafte Gültigkeit, noch nicht einmal physikalische Gesetzmäßigkeiten. Dass die Landung auf dem Mond der Running-Gag des Jahrhunderts gewesen sein sollte, ist aus vielen Köpfen nicht zu streichen.

Und wieder erwischt man einen Nachzügler, der die Erde noch immer als Frisbee wähnt.

Wenn doch der Stand der Dinge lediglich eine Summe des momentan populären Wissens ist, steht eine Behauptung in Sachen Sicherheit beim Mircrowellenofen oder das unbedenkliche Vorhandensein einer Handystrahlung eher unbeholfen da. Strom kann man (z. B.) nicht sehen und vor der Entdeckung der Röntgenstrahlen waren sie für den Menschen schlicht und ergreifend nicht da. Messgeräte machen bestimmte Dinge erst bemerkbar, sichtbar, messbar. Vielleicht existieren Dinge vor unseren Augen, die sich derart schnell bewegen, dass eine Wahrnehmung unmöglich ist.

Was man nicht sehen kann, ist nicht da!

Sie denken an Wellenlängen, also an Strahlen? Warum? Selbst die abgeschossene Gewehrkugel ist für das menschliche Auge nicht sichtbar. Trifft sie jedoch irgendwo ein, sehen wir es. Den Schall hören wir auch, aber das Geschoss mit bloßem Auge zu verfolgen, können wir nicht.

Ich kann mich noch an eine Folge mit Captain Kirk (Raumschiff Enterprise) erinnern, als eine Lebensform der Crew begegnete, die man allerdings nur unter bestimmten Bedingungen sehen konnte. Im Normalfall waren sie nicht sichtbar (unsichtbar), weil sie sich derart schnell bewegten (in einer anderen Dimension), dass sie für das menschliche Auge unsichtbar blieben.

Nun ja, denken Sie vielleicht, das ist Science-Fiction, das ist Phantasie, das gibt’s doch gar nicht. Man darf allerdings nicht unterschlagen, dass der Mensch noch bis vor wenigen Jahrhunderten dachte, die Erde sei eine Scheibe und man könne am Rand (das Ende der Welt) hinunterfallen.

Hollywood stellt sich das Ende der Welt dramatischer und subtiler vor.

Und was ist nun mit dem, der bäuchlings vor einer Steckdose lauert und den Strom nicht sieht. Und der, der sich mit der Ansicht, dass das Benutzen einer Mikrowelle völlig unbedenklich ist, zufrieden gibt. Und der, der sich seine eigenen Röntgenbilder anschaut und nicht versteht, dass man ihn von innen fotografieren kann. Ja – das sind die, die sich mit dem momentan Erreichbaren kritisch auseinandersetzen, wenn sie sich damit konfrontiert fühlen.

Von Energieeffizienz ist letztzeitlich die Rede und Wärmebilder erweisen sich als hilfreich. Dinge mittels fortschreitender Technik sichtbar zu machen, ist so gesehen Usus. Vor 50.000 Jahren hätte man niemanden nach der Hauptstadt irgendeines Landes fragen können, zumal es seinerzeit weder die Stadt, noch das Land gab. Sich heutzutage mit derlei Wissen bestücken zu lassen kann einen Millionengewinn in einem Quiz nach sich ziehen. In der Schule hörte ich von einem Staat namens Rhodesien. Dieses Land heißt jetzt Simbabwe. Und morgen? Genau das ist der Punkt.

Was sich heute als Errungenschaft, als Novität, als Entdeckung oder als non plus ultra darstellt, ist schon morgen museumsreif. Seit Milliarden von Jahren existieren Dinge, die der Mensch erst jetzt entdeckt und sie umgehend als ’bedenklich’ und ’unbedenklich’ klassifiziert.

Print Friendly, PDF & Email

Comments are closed.

%d Bloggern gefällt das: