Feed on
Posts
Comments

Provozierte IdentitätskriseZwei Menschen gleichen Namens anzutreffen ist nichts Besonderes. Gewisse Namen besitzen ihre Wurzeln und ihre Bedeutung. Allein daher stellt das häufigere Vorkommen nichts Außergewöhnliches dar. Unterscheiden lassen sich selbst Personen gleichen Namens und gleicher Anschrift, aufgrund des Geburtsdatums. Ist selbst das gleich, kämen biometrische Merkmale, wie z.B. Fingerabdrücke als Unterscheidungsmerkmal in Betracht.

Existieren zwei Personen allerdings (nur) virtuell, ist die Abnahme eines Fingerabdrucks kaum möglich. Im WWW (World wide Web) werden zur Personenbezeichnung gerne Pseudonyme verwendet, die zur Eindeutigkeit gegenüber der Datenbank gerne eine Nummer hinter dem eigentlichen Namen (oder Pseudonym) tragen.

Wählt User X als Pseudonym innerhalb eines Portals Y bei der Anmeldung aus und Y wurde schon von einem anderen User gewählt, so macht die Datenbank einen Vorschlag und der lautet evtl. Y1. Das jemand Fritz723 heißt, ist also kaum verwunderlich.

Anders ist es bei 2 Personen, deren Existenz sich niemals kreuzen wird. Der eine besucht das Internet und der andere nie. Der eine – nennen wir ihn XY – kennt den anderen überhaupt nicht persönlich. Bekannt und interessant sind lediglich die Daten. Wie heißt er oder sie und wie ist die genaue Adresse. Mehr muss man zur Schaffung einer erfundenen Existenz nicht wissen.

Um die andere Person ebenfalls mit einer Kennung zu versehen, nennen wir sie 123. Die Zahlen stehen allerdings nur Pate für den wirklichen Namen.

Person XY meldet über einen Freemailerdienst eine Email-Adresse mit dem Namen der Person 123 an und bekommt diese sofort. Nun kann er mit dieser, auf den Namen einer anderen Person lautenden Email-Adresse, alles Mögliche bestellen und anfordern, denn die Bestätigung (Double-opt-out) erhält XY wie geplant.

Auch kann sich Person XY nun in jedem Portal mit den Daten einer real existierenden Person anmelden und die Bestätigung aktivieren. Unangenehm wird es dann, wenn Person XY als Person 123 mit weiteren Personen eines Portals Kontakt aufnimmt, denn die wissen nicht, dass Person 123 in Wirklichkeit Person XY ist.

Gelangen erste Zweifel an die Oberfläche, wird diese Identität durch eine andere ersetzt und auch die ist wieder falsch. Auf diese Weise existieren im Internet etliche falsche Identitäten und es kann Jahre dauern, bis es auffliegt. Man glaubt sich mit Person 123 in einer Diskussion zu befinden, dabei ist es tatsächlich Person XY.

Irgendwann kommt die Person 123 ins Netz (Internet) und meldet sich mit den eigenen Daten in dem Portal an, in dem diese Daten schon seit längerer Zeit ihr Dasein fristen. Eine Meldung erscheint auf dem Bildschirm und gibt darüber Auskunft, dass die Person, welche gerade erst kommt, schon da ist.

Das kann zu Verwirrungen führen, denn im Internet werden Daten Fremder gerne genutzt, jedoch so gut wie nie geprüft.

Print Friendly, PDF & Email

One Response to “Provozierte Identitätskrise”

  1. Lutz Spilker sagt:

    Hallo zusammen,

    kaum ein Thema hat die Gemüter derart angesprochen, wie dieses. Offensichtlich sind eine Menge Personen verblüfft, dass sie schon da sind, wo sie eigentlich erst hin wollen. Man identifiziert sich mit seinem Namen, erachtet ihn als persönliches Eigentum und ist keineswegs erfreut darüber, dass sich irgendwelche Personen eine Gaudi damit machen.

    Auch werden Unterfangen laut, die eine Überprüfung der Personen, welche einem Social-Portal beabsichtigen beizutreten, strenger vorsieht. Schließlich versendet Google zur Verifikation einer Person zu gewissen Diensten ein Schreiben per Post. Diese Kosten und der damit verbundene Umstand scheint von etlichen Portalbetreibern gescheut zu werden und man bedient lieber die Masse.

    Der wahre User bleibt auf der Strecke, hat das Nachsehen und muss erkennen, dass gegen vieles ein Kraut gewachsen ist. Leider nicht gegen alles…

    lG
    Lutz

%d Bloggern gefällt das: