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Einmal ist keinmal …Im Moment habe ich mich hingesetzt, den Stuhl ordentlich an den Schreibtisch gerückt, um den Text, der bereits fertig in meinen Gedanken existiert, zu tippen und zu publizieren. Doch mir fehlte noch der Header … also die Überschrift. „Einmal ist keinmal“, wollte ich titeln, aber dann war ich mir plötzlich nicht mehr sicher.

Mit „keinmal“ ist niemandem geholfen – jedenfalls nicht dem Inhalt meiner Story entsprechend. Wäre das „keinmal“ bei einigen Leute so geblieben, dann stünden sie immer noch genauso da, wie zuvor … aber das war niemandes Wunsch und so wurde das eine Mal das Entscheidende und das geflügelte Wort „einmal ist keinmal“ ad absurdum geführt.

Wo wäre das immer wieder gern gesehene und gehörte „One-Hit-Wonder“? Was wäre somit ein Shakespeare ohne „Romeo und Julia“ und ein Schiller ohne die Glocke? Die bekanntesten Personen werden auf oftmals bloß ein Werk reduziert, als hätten sie nie etwas anderes getan. Karl Mays „Winnetou“ und die Cholerik eines Louis de Funés.

Dürers „betende Hände“ und Dalis spinnenbeinige Figuren. Goethes „Zauberlehrling“ und Poes Gruselgeschichten. Einsteins Theorie und das fiese Grinsen eines J.R. Ewings. All das war nichts? All das war bloß einmal und demnach keinmal? Ich weigere mich das zu akzeptieren.

Die Fugen eines Johann Sebastian Bachs und die Genialität eine Wolfgang Amadeus Mozarts. Die Blechtrommel eines Günter Grass und das gesammelte Schweigen, wie auch die wirren Gedanken eines Doktor Murkes aus der Feder von Heinrich Böll. Was war damit? Ist es verpufft? War es nie da? Hat es nie existiert? Das Parfum von Patrick Süskind duftet noch immer in meiner Nase und die Hufschläge der blauen Pferde werden wohl nie verstummen.

Wie viele Leute ringen nach der einen Idee, der diesen einen Gedanken und diesen einmaligen Moment, der sie aus der Masse katapultiert und ihren Namen für alle Zeit in das Gedächtnis ihrer Bewunderer brennt? Die Einzigartigkeit der Darbietung eines Plácido Domingos und die Reinheit der Stimme einer Maria Callas.

Wir alle kennen und bewundern einen Charlie Chaplin, einen Rudolf Nurejew, einen Paul Bocuse, eine Whoopie Goldberg, einen Tom Hanks oder einen Fred Astaire. Auf sie scheint immer noch und immer wieder das Licht, aus dem sich vieles besser betrachten lässt. Und wenn es dann nur einmal aufleuchtet, dann reicht es oft ein Leben lang.

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