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Im Dialog mit sich selbstEs ist immer wieder derselbe Dialog. Der Mensch wähnt sich als unzulänglich. Die ihm völlig unbekannte Person zerrt permanent an ihm und fordert mehr. Von allem mehr, ständig mehr. Diese scheinbaren Defizite sind es, die es niemals zu der Perfektion kommen lassen, die jedoch angestrebt wird. Minderwertigkeit bietet sich als Zielscheibe an, doch es ist die Eitelkeit des Geistes.

Könnte der Mensch sich von diesem Geist trennen und bestünde er nur noch aus Körper. Dann erst besäße die Eitelkeit keinen Wirt. Aber das Bewusstsein als Spiegel seiner selbst zerrt den Menschen vor sein inneres Tribunal und peitscht ihn zu immer weiteren Leistungen. Also muss der Mensch entsprechen. Und er entspricht. Er gehorcht. Nicht die Vernunft, die Einsicht oder die Logik triumphieren, sondern die Eitelkeit.

Besser als.

Der Mensch will einzigartig sein. Jeder Mensch will es allerdings. Und somit wirkt das elitäre Streben inflationär. Die Spitze zu erklimmen ist demnach nicht mehr das Ziel, denn mehr sie dauerhaft inne zu haben. Allerdings verfolgt ein Jeder diese Strategie. Und wieder sind nicht Einsicht, Vernunft und Logik die Gewinner, sondern die Eitelkeit in Form der Umsetzung aggressiver Handlungen.

Es wird emotional statt rational agiert.

Im Dialog mit sich selbstGerade das Zerren des Imaginären, das nicht verstummen wollende Dialogisieren mit der unsichtbaren Person ist es, welche die latente Aggressivität anzufeuern scheint. Es existiert stets eine Art Restglut, welche die Flamme zu jederzeit wieder auflodern lassen kann. Ist es das wonach der Mensch sucht? Richtete er seine Suche nicht nach Ruhe und Frieden aus?

Lehrt ihn die Geschichte nicht gerade zum Stillstand des Kampfes? Aber auch hier siegt wieder nicht die Vernunft, sondern die Eitelkeit.

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