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Sei ein Mann

Sei ein MannBesonders auffällig wirkt ein eigenwilliges Verhalten bei männlichen Exemplaren der Gattung Mensch. Sei es durch die Wirkung veralteter Traditionen, dem übertrieben wirkenden Wunsch nach Sozialpositionierung, oder wurde sie bloß durch schieres Verleugnen der eigenen Persönlichkeit hervorgerufen? Männer wollen nicht nur männlich sein, sondern auch wirken – wie ein Raumspray. Das Schlimme ist: sie müssen es sogar, denn die Gesellschaft fordert es ihnen ab.

Währen die Damen sich die Auslagen der Schaufenster anschauen, kontrolliert der männliche Begleiter seine Körperhaltung in der Schaufensterscheibe. Sie muss männlich sein. Fester Stand auf wackeligem Untergrund. Ein finsterer, angsteinflößender Blick, bei dem die anvisierte Antilope freiwillig ihr Gebet aufsagt.

Allein die kulturellen wie auch gesellschaftlichen Normen zeigen geschlechtliche Unterschiede deutlich auf. Männer dürfen furzen – Frauen eher nicht, und wenn doch – dann geräuschlos. Furzen ist auch Männern nicht überall gestattet. Zuhause auf der Couch ist noch lange nicht die Oper. Auch der Fahrstuhl gilt gruppenorientiert als flatulenzfreie Zone. Wenn hier gefurzt wird, dann ladylike; also ohne Sound.

Männer sind stark. Glücklicherweise sind Männer auch gerne kräftig, warum sie pausenlos irgendwelche Dinge stemmen – oftmals jedoch nur verbal. Männer schlafen oft. Männer schlafen mit gott-weiß-wie-vielen weiblichen Geschlechtsgenossinnen (selbstatmend oder aufblasbar), so dass sie zu nichts anderem mehr zu gebrauchen sind. Männer fahren mit Vorliebe schnelle Autos. Langsam fahren gilt als unmännlich und stehend an einer Ampel wartend ist suizidfördernd.

Männer tanzen innerlich. Von außen gleichen sie einer tausendjährigen Eiche. Tanzen sieht deppert aus, und gilt als unmännlich. Alles was den harten Kerl nicht optisch unterstützt gilt flächendeckend als unmännlich. Mann(n) wird zum Weichei, zum Lutscher oder Loser. Beschimpfend kommt auch oft das Wort „schwul“ an. Ein Mann darf alles Mögliche sein und werden – bloß nicht schwul. Schwul sein ist schlimmer als Lepra haben.

Als Ehrenrettung bliebe dem Hysteriker ein Festmahl mit Mehlwürmerknabbern und anschließendem Fahrstuhlfurzen hin und zurück.

Die Damen stehen also auf poröse Kerle, die einen hölzernen Zahnstocher vom linken zum rechten Mundwinkel – ohne Zuhilfenahme einer Wasserwaage – bewegen können?! Eine Mischung aus Rambo und Old Shatterhand. Eine Mischung aus Einstein und Mr. Spock gelte schon als grenzwertig, allein der Farbe des Spock’schen Shirts wegen.

Damit wären Golf und Angeln out. Keine Action.

Sei ein MannMaßanzüge, Bildung und Benimm, technisches Verständnis und Fremdsprachenkenntnisse, gepflegte Fingernägel und saubere Hände sind jedoch weltweit unter dem Begriff „James Bond“ bekannt. Der Mann hat (zumindest in den Büchern und Filmen) bei den Damen Glück, fährt reihenweise Luxus zu Schrott, und ballert bedrohlich umher. Das kann kein echter Kerl sein. Zu keiner Zeit scheucht er seine Angebetete mit der Bitte in den Keller, sie möge ihm auf dem Rückweg ein noch verschlossenes, in Glas gehülltes, Brauereierzeugnis mitbringen.

Stürzt sie dabei, wäre es geschüttelt.

Männer helfen nicht im Haushalt. Männer pinkeln im Stehen, und um treffsicher zu sein favorisieren sie die Badewanne. Für sie sind Gegenstände wie Bügeleisen und Wischmopp Dinge aus einer anderen Dimension, und am Bügelbrett zu stehen sieht eh schwul aus. Der Nachwuchs muss ein Junge sein, denn Damenfußball hat sich immer noch nicht etabliert.

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