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Homo robotus

Homo robotusNormalerweise müsste jeder Mensch mit verschlossenen Augen und zugehaltenen Ohren stillschweigend in einer Ecke kauern und sich auf die elementaren Funktionen seines Körpers konzentrieren, die ein Leben gewährleisten. Vorrangig wären also Atmung und Herzschlag (Kreislauf) zu nennen. Hinzu kämen die optische, die akustische und die haptische Wahrnehmung. Doch der Mensch kann sich diese Konzentration ersparen und sich anderen Dingen widmen.

Die Atmung, die Herzrhythmik, Sehen, Hören und Tasten, sowie unzählige andere lebensnotwendige Funktionen werden durch Reflexe ausgelöst. Mit anderen Worten hieße es: Menschen funktionieren automatisch. Sie funktionieren nicht nur automatisch, sondern auch selbstheilend und dynamisch. Sowohl Atmung als auch Herzfrequenz passen sich individuell den Anforderungen des Organismus an.

Dennoch will der Mensch Roboter schaffen, die automatisch funktionieren und menschenähnlich sind. Der einzige Unterschied besteht im Bewusstsein. Menschen widersprechen, gehen eigene Wege und zeigen sich kreativ. Roboter nicht. Roboter benötigen Input; Befehle also. Roboter benötigen Energie und werden daher mit der Steckdose verkabelt. Von Elektroautos ist dieser Umstand auch bekannt.

Um Menschen roboterähnlich erscheinen zu lassen, müsste man ihnen das Bewusstsein demontieren. Vielleicht ging dabei auch das gesamte Reflexverhalten verloren, welches sie vorher so zufriedenstellend intakt hielt. Auch benötigten Menschen dann Input, sonst stünden sie nutzlos in der Gegend. Wo würde sich bestenfalls eine Schnittstelle anbringen lassen? Am Knie? Da wäre Platz.

Warum nicht am Kopf? Der Kopf wird völlig überbewertet und seine Funktion ist antiquiert. Menschen entscheiden emotional, Roboter entscheiden rational und somit logisch. Allein die Funktion eines einfachen Navigationsgerätes im Auto zeigt, das Roboter logisch handeln und „die nächstmögliche Abbiegung links“ vorschlagen, auch wenn der Fahrer das Fahrzeug in den Fluss steuert und feststellt, dass er Nichtschwimmer ist.

Homo robotusHier fehlt dem Navigationsgerät eindeutig das Bewusstsein zur Erheiterung und zur Erkennung der miserablen Situation. Selbst im Bundeswehrhandbuch ist zu lesen, dass Soldaten bei einer Wassertiefe von mehr als einem Meter und Zwanzig Zentimetern selbstständig Schwimmbewegungen aufzunehmen haben. Navigationsgeräte ignorieren diese Erkenntnis.

Ein Roboter ist kein Automat und Automaten sind keine Roboter.

Die Frage, was einen mechanisch funktionierenden Apparat zu einem Automaten werden lässt, ist mehr als berechtigt. Etymologisch bedeutet „auto“ = „selbst“ und steht als Nomen synonym für ein Fahrzeug. Demnach wäre ein Automat ein selbsttätiger Apparat? Aber was macht er selbst? Der Verbraucher wirft Geld hinein, wählt die Ware oder zieht sie aus einem Schacht und geht. Wann passierte bei diesem Vorgang ein Support des sogenannten Automaten?

Selbst eine Parkuhr funktioniert verlässlicher, steckt erstmal eine Münze darin.

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