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Mit neuer AGB-Formel und sozialem Weichspüler.Mal ehrlich. Wer liest denn schon das „Kleingedruckte“? Eben. Na bitte. Da hammer’s. Jetzt ist der Herr Zuckerberg so ehrlich und lässt es die Öffentlichkeit, die wahren User demnach wissen und bezieht Schelte. Nein, das ist nicht fair, das ist nicht gerecht, das ist daneben. Autos werden gekauft und Bausparverträge abgeschlossen ohne sich mit den AGB’s näher zu befassen.

Das alles ist völlig okay. Aber selbst die Nachrichten bringen schon Meldungen über diese neuen Geschäftsbedingungen aus dem Hause Facebook. Es muss irgendwie wichtig sein. Wäre es auch ohne diese Aufmerksamkeiten der Medien ans Licht gekommen? Ja, schon, aber nicht so schnell. Vielleicht wäre dann schon wieder Weihnachten. Also Weihnachten im Jahre 2017. Kein User liest vor seiner ersten Registrierung die allgemeinen geschäftlichen Bedingungen, welche der User akzeptieren muss und erst dann zu HIV (hinein ins Vergnügen) übergehen kann.

Dunkelziffern werden in den miesesten Ecken der Stadt gehandelt und danach gibt es auch schon Facebook-Infizierte, die das Mindestalter noch lange nicht erreicht haben und wegen boshafter Falschangabe des Geburtstages nie erreichen werden. Ebenso ist es mit den Namen. Die ganzen Zorros und Tarzans, die Musketiere und Zischer-Chöre werden von Facebook nicht regulär anerkannt. Lichtscheue Kapuzenmännchen und Guy Fawkes’ bleiben chancenlos.

Der Betreiber will den Klarnamen, ein Lichtbild mit freiem Blick, freiem Ohr und freiem Oberkörper. Hier darf gepetzt werden und wie schon vom Ladendieb fassen gewohnt, eine Erfolgsprämie in Empfang genommen werden.

Personenspezifische Angebote mit portalübergreifender Weitergabe und zwischenzeitlicher Auswertung nebst Optimierung der Daten. Das Thema hatten wir schon vor Marx und Engels in der Grundschule. Das klingt doch eitel und macht aus dem schnöden User einen künftigen Geschäftspartner und allein darum und aus diesem Grunde sollte jeder die AGB’s inne haben. Wie sonst käme Verständnis für die Bedürfnisse und Belange des Geschäfts-Partners zustande, wenn man sich nicht mit den Spielregeln vertraut gemacht hätte.

War es zu früheren Zeiten noch die Glocke von Schiller, mit der man sich beim Aufsagen vor der gesamten Klasse zum Affen machte, sind es heute die FACEBOOK’schen AGB’s, welche die Versetzung gefährden oder den Kandidaten nicht in den Recall befördern. Potentiellen Konsumverweigerern wird aufgrund der Auswertung der persönlichen Daten der Zugang zu Facebook und anderen, dem Konzern angeschlossenen Unternehmensplattformen verweigert.

Fazit: die Suizidrate steigt raketenförmig in die Höhe, weil der User mit sich und seinem Leben nichts mehr anzufangen weiß. Der wehmütige Blick auf das Display seines Sozialadapters passiert lediglich aus der Gewohnheit heraus, besitzt jedoch kein Argument mehr. Bitt- und Bettelbriefe an die Betreiber erweisen sich als zwecklos. Auch die verzweifelten Einwahlversuche mit den erpressten Zugangsdaten eines Dahergelaufenen greifen ins Leere, werden erkannt und umgehend gesperrt. Ein Leben ohne Facebook ist fad, öde und leer.

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