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Wahlk(r)ampf 2013

Wahlk(r)ampf 2013Es wird wieder gekämpft. Dabei ist es momentan so hübsch friedlich in Deutschland. Überall wird sich verneigt und entschuldigt. Das, wofür sich entschuldigt wird, liegt schon etliche Jahre zurück und kaum jemand derer, die dabei waren, lebt noch. Man beweist Geste und verneigt sich dennoch vor den Missetaten anderer.

Jetzt wird also für den Frieden gekämpft. Kämpfen scheint ein Allheilmittel zu sein, denn nur aus einem Kampf geht ein Sieger hervor. Und das muss es auch, den braucht das Land. Den Wahlsieger. Schließlich ist Wahlkampf und das Wort ist Programm. Sanft geht man miteinander um. Sorgsam wurden scheinbar jene Worte einstudiert, mit denen man den politischen Herausforderer attackieren will.

In den sozialen Netzwerken ist jedoch kaum die Rede von parteispezifischen Inhalten. Hier dominieren Themen über Halsschmuck und Outfit. Vielleicht wird sogar das Zifferblatt der Armbanduhr für einen gewissen Zeitraum als Plakatfläche aktiv genutzt und niemand bemerkt es. Das ist Schleichwerbung der unentdeckten Art. Befürchtungen, die Kanzlerin hätte ihre Mitte verloren und gestikuliert mit ihren Händen darum verwirrend anders, können seitens der Spezialisten für Körpersprache nicht zwingend bestätigt werden.

Es scheint überhaupt niemanden ernsthaft zu interessieren, worum es eigentlich geht. Das fröhlich wirkende Spektakel links und rechts des Geschehens, lenkt stark vom Wesentlichen ab. Kameraperspektive und Beleuchtung rücken näher ins Bewusstsein des Zuschauers, als die politische Aussage es vermag. Demzufolge transportiert der Kämpfer Sympathie, Frohsinn und Heiterkeit. Man präsentiert sich von seiner Schokoladenseite und lässt den Wähler das wählen, was er schon immer wählte: Nettigkeit statt Inhalt.

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