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Ich habe zu dieser, wie zu unzähligen anderen Situationen nur Eines zu sagen.

Die Verlockung eines DekolletésNämlich, dass ich in eine Welt geboren wurde, in der das, worüber man denkt und spricht, und in der das, was man fotografiert, malt und filmt, schon lange vorhanden war. Über pralle Dekolletés zu schreiben oder nachzudenken, ist nach meinem Dafürhalten nicht verwerflich, hat nichts mit diesem endlosen Emanzengesabbel zu tun und ist frei von allen Reduktionen, welche die Weiblichkeit lediglich als Körbchengröße auf 2 Beinen betrachtet.

Man möchte einfach gerne zugreifen. Eine weibliche, wohlgeformte Brust sieht nun mal – und selbst für Frauen – erheblich verlockender aus, als die Brust eines Mannes. Mag sie auch noch so toll behaart sein, wobei auch hier der Trend dazu wankt. Die Lust zum Griff in eine stramme Bluse unterlag noch nie einer modischen Laune. Früher gab es keine Blusen. Diesen Einwand muss man gelten lassen. Damals griff man ohne lästige Barrieren direkt in volle Leben. Was wäre ein Schaufenster ohne Eyecatcher?

Holz vor der Hütt’n

Auch die Brustwarzen sind ein Ziel männlicher Erotikphantasien. Daran herumzuzwirbeln ist seitens der Weiblichkeit nicht gewünscht, wird als bedenklich blöd empfunden oder als unverständliche Überflüssigkeit. Warum es dennoch vollführt wird, wissen nur die Täter selbst. Wissenschaftler behaupten nun, dass die Form der weiblichen Brüste, der früheren Tatsache, auf allen Vieren durchs Dickicht gehuscht zu sein, entsprang. Die Männer wären den Frauen nachgetrottet und hätten sich an deren Hinterteil orientiert.

Anders gesagt: der weibliche Popo wanderte im Laufe etlicher Generationen in Richtung Brutkorb und seither versehen diese Kameraden dort als Möpse ihren Dienst und Männer stieren nach wie vor dahin. Das optische Objekt der Begierde ist geblieben, bloß haben Männer, Dank des aufrechten Gangs, nun auch die Hände frei, dorthin zu greifen. Evolution ist also eine feine Sache, man muss nur Geduld haben. Nervöses Herumzappeln von wegen „mein Bus geht gleich“ ist hier nicht gefragt.

Es war also schon da und darum besteht kein Grund, dass ich mich schuldig, angesprochen oder ertappt fühle. Es ist wie im Supermarkt bei den Süßigkeiten. Erst fragen, ob man darf. Greift man also ungefragt in eine atmende Bluse, gilt man unter Umständen als Grabscher, wird der sexuellen Belästigung bezichtigt und bekommt ein Gespräch mit dem Betriebsrat. Außer, man ist es selbst. „Darf ich mal anfassen?“ wäre jetzt – mit stierem Blick aufs Objekt – hinweisgebend, höflich und angebracht. Die Hände können derweil schon zu Apfelpflückern geformt werden und der Unterkiefer nimmt eine leicht nach vorne geschobene Position ein.

Ran an die Bouletten.

Jetzt noch ein vertrauenswürdiger, leicht debiler Gesichtsausdruck mit antrainiertem Dackelblick und evtl. strömt dann ein gehauchtes JA durch die Lüfte in Richtung Gehörgang, signalisiert den Greifern „grünes Licht“ und freie Bahn. Das ist anders als die Aufforderung den spinatgefüllten Teller zu leeren. Manches muss man nicht zweimal sagen.

Unzählige Magazine geistern durch meine Hirnwindungen und von allen Frontseiten grinst mir eines dieser „Tittenlieschen“ entgegen und presst mir ihre Möpse fast ins Gesicht. Sie machen es doch gerne. Niemand reduziert sie auf ihr Format in Sachen Tittelatur. Solange man dadurch Vorne von Hinten unterscheiden kann ist doch alles in Butter. Enge Pullover und knappe Shirts, damit die Männer am Rad drehen. 5 Finger im Gesicht, man kann sie sehen und zählen. Es ist fast wie ein Spiel. Der Griff in die Auslage. „Es war Mundraub, Frau Salesch.“ Und der unerlaubte Griff in die Bluse? „Ich hätte nie gedacht, dass die Evolution derart schnell arbeitet, Frau Salesch, ich dachte es wäre ihr Hintern…“

Mit dem Alter werden aus Früchte-Joghurts Quarktaschen. Mehr fürs gleiche Geld, sozusagen. Ausladendes wirkt dann nicht mehr so einladend. Die herbeigesehnten Doppel-DD-OP’S einstiger Tage baumeln lust- und kraftlos in der Gegend, in der früher eine Taille aufwartete. Da ist die Luft raus und auch am Oben-ohne-Strand drehen sich die Blicke in Richtung Nachwuchs.

An deren Nippel kann man noch einen Kleiderbügel hängen. Gut, dies ließe sich bei der fortgeschrittenen Fraktion auch bewerkstelligen, aber bei den Jüngeren kann noch ein nasser Bademantel auf’m Bügel hängen…

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