Wat is’n It-GirlMit dem Satz „Wat is’n Dampfmaschin“ erklärte Paul Henckels, alias Professor Bömmel im Filmklassiker „Die Feuerzangenbowle“ die Watt’sche Variante der Newcomen’schen Erfindung. Das ist bekannt, besitzt so genannten Kult-Charakter und allein die Rolle des Hauptdarstellers Hans Pfeiffer (mit 3 „F“), gespielt von Heinz Rühmann, machte den Streifen sehenswert. Aber was – zum Geier – ist ein It-Girl? Die beiden Buchstaben I und T veranlassten mich lange Zeit zu denken, es handele sich um eine weibliche Person aus der IT-Branche (sprich: Ei Ti).

Ein It-Girl wäre also nach meiner Denke ein Ei Ti-Görl. Und genau das ist es nicht. Ständig wurde ich tv-mäßig mit Personen konfrontiert, die man als It-Girl bezeichnete. Um was es sich also handelte, blieb mir völlig fern. Was haben sie erfunden, was haben sie geschaffen, warum scheint man sie in der IT-Branche zu kennen? Gäbe es evtl. auch einen IT-Boy? Die Frage entsteht nicht nur aus reiner Neugier, sondern auch der Gleichberechtigung wegen und falls JA, was macht ein IT-Boy.

Sitzt man als IT-Boy irgendwo in einer Werkstatt und lötet an Platinen herum? Denkt man sich eine neue Programmiersprache aus? Hat man ein Date mit einem IT-Girl, oder der Ambivalenz wegen mit einem anderen IT-Boy, der ebenfalls mit dem Lötkolben umzugehen versteht? Auch dahingehende Defizite seitens eines Boxen-Luders männlicher Natur, ist weder eine Dokumentation bekannt, noch fällt die Thematik in ein Studienfach. Demnach scheint ein It-Girl mit einem IT-Girl nichts zu tun zu haben. Ein It-Girl, so kann man es nachlesen, muss grundsätzlich nichts besonderes können, es muss nur erscheinen.

Das klingt nach Casting. Nichts können und dennoch auf Breitreifen daherkommen. Somit stünde der Thematik ein „igit-ig…“ voraus? It-Girls müssten doch etwas an sich haben, außer Körpergeruch. It-Girls müssten so etwas wie eine Aura besitzen, etwas, wonach man sich umschaut und spürt, dass jemand den Raum betritt ohne hinzusehen. Auch bedürfte es der Klärung, wie man It-Girl wird. Besucht man besondere Schulen oder gerade deswegen nicht? Wird es vererbt und falls JA, warum nur den weiblichen Nachkommen? Hat es also etwas mit den Genen und nichts mit der Gleichberechtigung zu tun? Ist es evtl. medizinisch, hormonell, oder pathologisch bedingt?

Ab wann gilt man als It-Girl und wann lässt es nach? Spürt man es, wenns aufhört, so wie Zahnschmerzen im Abklingen?

It-Girls bilden nicht erstrangig die Zielgruppe für ein Abo der Zeitschrift „Emma“. Hätte Pippi Langstrumpf überhaupt Chancen gehabt, ein It-Girl werden zu können? Das Leben besteht nicht nur aus Nagellack, Botox und Silikon. Blond, blauäugig und braungebrannt tut’s auch.

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„Erziehung ist die organisierte Verteidigung der Erwachsenen gegen die Jugend.“
Mark Twain (1835-1910), eigentl. Samuel Langhorne Clemens, amerik. Schriftsteller