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Bist du gut im Bett?Man kennt diese Frage, auch wenn man noch nie persönlich gefragt wurde, ob man im Bett gut sei. Es geht weniger um die Behutsamkeit, welche Peter Maffay in seinem Song „Es war Sommer“ umschrieb und auch wehen keine Bilder eines David Hamilton durch den Kopf, wenn diese Frage ertönt.

Auch ist es ein riesiger Unterschied, ob eine Frau einen Mann fragt, oder umgekehrt. Was soll eigentlich erfragt, bzw. festgestellt werden? Ob jemand gut im Bett ist; das wäre des Pudels Kern?

Doch was bedeutet dabei das Wort gut? Meint man phantasievoll, ausdauernd, initiativ, versaut und vulgär, hemmungslos, zärtlich und einfühlsam, oder will man chiffriert erfragen, ob der evtl. künftige (zwischendurch, oder dauerhafte) Sexualpartner jene Wünsche zu erfüllen bereit ist, die der Fragende im Kopf spazieren trägt?

Oftmals lässt man sich auch gerne durch Äußerlichkeiten beeinflussen und steht nicht selten mit einem falschen Partner vor dem Traualtar. Hätte man sich doch bloß dazu durchringen können, um die Frage aller Fragen zu stellen: Bist du (eigentlich) gut im Bett?

Die Meinung Dritter wird eingeholt oder man wird unfreiwillig Zeuge einer solchen Aussage. Irgendwo und irgendwie erklingt der Satz: Die ist gut im Bett! Diese Aussage ist ungeachtet der Urteilsfähigkeit des Absenders ein Hinweis. Aha, die ist gut im Bett und man assoziiert gleichsam, dass die auch leicht zu haben ist. Prima. Man kann sich also Kino, Restaurant und Oper schenken und gleich zur Sache kommen.

Zu dir, zu mir, oder gleich hier?

Vielleicht landet man vor lauter Freude gar nicht im Bett, sondern bekleckert die guten Ledersitze der Limousine. Jetzt endlich weiß man, wofür Küchenkrepp auch noch nützlich sein kann. Und die Beifahrerin? Was ist mit der? War die nun gut? Wem will man eine aussagekräftige Information geben, wenn man selbst noch nicht komplett im Klaren über das Passierte ist? Findet demnach eine zweite Verabredung statt?

Granate im BettBei oralen Plapperhaftigkeiten, nennt man es „ein vorlautes Mundwerk“ und ansonsten kramt man den Satz: „Mir ist so was noch nie passiert“ hervor. In einem Comic besäße die Figur nun ein belämmertes und Unschuld heuchelndes Gesicht. Wie jedoch soll sich frau ihrerseits und insbesondere gegenüber Dritten dazu äußern? Der war nicht gut im Bett… Der hat’s nur 18 Sekunden gebracht… Der hatte ein Stehvermögen wie ein Feuerwehrschlauch, wenn kein Wasser durchfließt… Der war ein Schlappschwanz!

Frauen sprechen untereinander auch gerne und die männliche Leistungsfähigkeit, bzw. der persönliche Befriedigungsfaktor ist dabei kein Zweitrangiger. Löffelchen und Kuscheln sind bei schnellen Anbahnungen nicht von Bedeutung. Weder für eine Frau, geschweige für einen Mann. Kochen, bügeln und den Rest des Haushalts zu schmeißen, ist offensichtlich nicht der Top-Wunsch. Frau oder Mann müssen gut im Bett sein.

Man stelle sich bei derlei Erwähnungen immer einen James Bond vor und schon will man den Gedanken nicht mehr haben. James Bond liegt Löffelchen! Einer Einweisung in die Geschlossene steht nichts mehr im Wege.

Wahrscheinlich entstand aus all diesem Gedankengestrüpp der Wunsch zur Ausweichmöglichkeit. Männer gehen fremd. Einmalig oder dauerhaft. Seitensprung oder Affäre. Bordell oder Sekretärin. Mutti ist daheim und bewacht Kinder und Möbel.

Statistiken nach, sind Frauen familiärer, häuslicher, verbundener und zumindest optisch betrachtet treuer. Ihr Seitensprungbedarf ist erheblich geringer. Wer muss jetzt eigentlich gut im Bett sein – die Frau, der Mann oder evtl. beide? Kommt nicht auch eine Art Leistungsdruck in den Lenden zustande? Schließlich weiß man doch, dass die Frage, ob man gut war, aufkommt.

Nicht selten, wenn auch vorwiegend in Komödien, stellen Männer recht siegessicher oder total unbeholfen die Frage: „Na – wie war ich?!“ Angesichts des dabei zu betrachtenden Gesichts kann frau nicht lügen und strahlt: „GUUUUUT!“

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