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Kann ich ein Eis

Kann ich ein EisKinder erwarten, nein, verlangen nun eine Antwort. Die Frage ist jedoch keineswegs komplett. Also gibt die angesprochene Person, in der Hoffnung, die Frage würde noch vervollständigt werden, keine Antwort. Das sichtbar ungeduldige Kind fragt nun etwas energischer, ob es ein Eis kann und bekommt wieder keine Antwort, denn es fehlt ein Wort.

Die angesprochene Person ergreift in der erkennenden Hilflosigkeit des Kindes und eigentlichen Bittstellers die Initiative und blättert behutsam den Katalog auf. „Was möchtest du also? Ein Eis klöppeln, malen, imitieren, oder was möchtest du?“ Der Vollständigkeit halber müsste Waldorf-Schülern noch die Möglichkeit, ein Eis zu tanzen eingeräumt werden.

Eltern, als auch sonstig verantwortliche Pädagogen, avancieren zu Hellsehern. Fehlende Worte werden mühelos ergänzt. Warum klappt diese Nummer nicht beim Ausfüllen eines Lottoscheins? Lehrer und andere, an dieser defizitären Ausdrucksweise schuldigen Personen sei die Frage gestellt, wie man derlei Sprachlandschaft kreiert. Alleine ist es wohl kaum zustande gekommen, jedoch innerhalb jeder Konversation mehr als auffällig.

Wen wundert es, dass diese Sprachfragmentarier keine Lehrstelle bekommen, wenn sie ihrem evtl. künftigen Arbeitgeber mit den Worten begegnen: „Kann ich ’ne Lehrstelle…?!“ Hier wird Kopfschütteln zur olympischen Disziplin, die Lehrstelle jedoch mit jemandem besetzt, der zumindest eine Frage so stellen kann, dass der Gegenüber nicht nachfragen muss.

Selbst auf der Straße wird man komplett angesprochen, wenn es heißt: „Ey Alter, has’se ma’ ’n Euro?“ Man stelle sich vor, die Frage lautete: „Kann ich ein Euro?“ Da fällt der Unterkiefer in Hüfthöhe und die Blechdose bleibt täglich Jungfrau.

Guckst du >>>>> http://www.youtube.com/watch?v=zf6ogkRBOmU

 

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