Manchmal hat TV-Werbung rechtNoch nie hat mich ein TV-Werbespot derart zum Nachdenken angeregt wie momentan. Die getroffenen Aussagen sind nicht einfach dahin geplappert. Man nickt innerlich und kommt selbst dahinter, dass es tatsächlich so ist. Hier hat man sich ernsthafte Gedanken zum Thema und zum Produkt gemacht und man kann die Macher nur beglückwünschen.

Die Texte werden von einer Off-Stimme auf die entsprechenden Bilder gesetzt. Das macht die Sache zeitlos und die Aufmerksamkeit des Zuschauers wird nicht auf ein Gesicht gelenkt, welches mit dem Produkt nichts zu tun hat und keine Identifikation bzw. Assoziation darstellt. Anders ist es bei Herrn Kaiser, hier tritt umgehend eine Versicherungsgesellschaft ins Bewusstsein und auch Alice ist eine ständig gut gelaunte Blondmähne.

Betrachtet man einige getroffene Aussagen des Werbespots genauer, entdeckt man unweigerlich starke Parallelen zur eigenen Person. Man sammelt Freunde im Netz und stellt fest, dass es gar keine Freunde im klassischen Sinn sind. Und für die tatsächlichen Freunde müsste man in der Tat ein anderes Wort finden. Man besitzt MP3’s ohne Ende und hört sich nur einen Teil dieser Sammlung an und auch Filme und Bilder werden auf immer größer werdenden Festplatten gehortet.

Als die ersten Videogeräte in den Regalen standen, musste ich meinem inneren Drang nachgeben und kaufte eines. Für den Preis hätte ich auch ein Reihenhaus ersteigern können. Die Tasten hatten die Maße von LKW-Pedalen und die Bedienung war gleichsam Gymnastik für Finger und Hände. Leere Videobänder und die dazu passenden Hüllen wurden auch noch mitgenommen. Die Preise seinerzeit waren gigantisch.

Fein säuberlich wurden die Hüllen beklebt und beschriftet, ein Archiv entstand. Jeder Spielfilm und jede interessante Sendung wurde aufgezeichnet, doch nie wieder angeschaut. Stolz war man auf seine Video-Sammlung, aber dabei blieb es bis zum heutigen Tage. Mit Bildern ist es ebenso. Wie viele davon auf der Festplatte schlummern, kann man zwar im Nu feststellen, aber wozu bloß, ständig kommen Neue dazu, denn das Netz macht nie Pause.

Wozu benötigt man also Festplatten mit der Kapazität einer Landesbibliothek, wenn man sich mit dem Inhalt kaum noch befasst? Und Freunde? Ja die gibt es. Aber mit einem Mausklick wird niemand zum Freund. Und Filme? Die stehen im Netz und man kann sie sich zu jeder Tageszeit anschauen. Und Musik (Mp3)? Ist wie die Mode. Jede Strömung und jeder Einfluss verändert den Stil.

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2 Antworten zu “Manchmal hat TV-Werbung recht”
  1. Lutz Spilker sagt:

    Manchmal hat TV-Werbung recht http://is.gd/5hBwV

  2. Du hast Recht. Für mich ist die neue Kampagne der Welt kompakt die Werbekampagne des Jahres 2009. Einfach. Anders. Genial. :)

  3.  
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„Erziehung ist die organisierte Verteidigung der Erwachsenen gegen die Jugend.“
Mark Twain (1835-1910), eigentl. Samuel Langhorne Clemens, amerik. Schriftsteller
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