Feed on
Posts
Comments

Es geht mir gut

Es geht mir gutVielen Leuten geht es gut. Sie haben ein Dach über dem Kopf, ein Bett und leiden keinen Hunger. Aber sie machen es sich nicht bewusst, dass es ihnen gut geht. Sie sind unzufrieden. Mürrische Gesichter begegnen dem Tag, der so viel zu bieten hat. Alles wird dieser Unzufriedenheit unterworfen. Jeder soll spüren, dass „man“ mies drauf und irgendwie unzufrieden ist. Also stellt man sich entsprechend dar.

Hier ein pampiger Kommentar, dort eine fast schon beleidigende Äußerung und schon hat man sich seines Frustes entledigt. Jedenfalls für eine Weile. Die Unzufriedenheit ist nicht zu leugnen, sie steht wie auf der Stirn geschrieben für jeden lesbar. Man macht sich nicht beliebt, man will sich gar nicht beliebt machen, man wähnt sich als eine Mischung aus Dieter Bohlen, Rambo und dem Terminator.

Alles und jeder wird mit einem Spruch bedacht und Angst soll erzeugt werden. Es ist wie ein Kinderstreich: klingeln und wegrennen. Unerkannt will man bleiben, das ist eher feige denn mutig und angsteinflößend überhaupt nicht. Insgeheim grinst man über diese Zeitgenossen. Man kann sie nicht ernst nehmen.

Angst haben diese Leute selbst. Angst, erkannt zu werden. Nicht selten ist das der Grund für eine Anonymität im WWW. Auch die Angst, nicht beängstigend zu wirken, spielt dabei eine Rolle. Aber den Leuten geht es gut, sie besitzen viel. Sie haben keine Schmerzen, leiden nicht an Krankheiten und sehen womöglich völlig „normal“ aus.

Dennoch unterliegen sie dem Drang den „Miesepeter“ spielen zu müssen.

Ein Sonnenaufgang bietet ein prächtiges Panorama und ist Motiv unzähliger Bilder und Fotografien. Stille erfüllt die Szene und nicht selten tritt hier das Bewusstsein in den Vordergrund, ein Teil des Ganzen zu sein. Ein neuer Tag beginnt. Wärme und Wohlbehagen übernehmen das Ruder. Man ist also dabei und steht nicht daneben.

In Biographien erzählen etliche Personen über ihr Leben, geben Details preis und lassen somit Fremde daran teilhaben. In manchen Blogs ist es ähnlich. Erinnerungen und Begebenheiten stehen dort zu lesen, doch der „Miesepeter“ muss etwas Verzichtbares dazu kommentieren. Nein, selbst schreibt diese Person über sich selbst nichts. Sonderbar.

Als ich vor ca. 10 Jahren wegen einer Herz-OP in der Klinik lag, lernte ich eine Seite des Lebens kennen, die die Wenigsten kennenlernen. Menschen allen Alters, die den kommenden Tag nicht mehr erlebten und es auch wussten, hätten ihr Vermögen hergegeben, um bloß einen Tag oder eine Stunde länger leben zu dürfen. Seither betrachte ich gewisse Dinge anders.

Natürlich sind es Erfahrungen, die man niemandem vermitteln kann. Genügsamkeit und die pure Freude zu leben, sind allerdings erreichbare Ziele. Das Leben ist recht kurz und es bietet jeden Tag einen Sonnenaufgang, an dem man sich erfreuen kann.

4 Responses to “Es geht mir gut”

  1. stefanie sagt:

    Hallo Lutz!
    Zunächst habe ich mich gefreut, hier mal wieder etwas zu lesen und so zu sehen, dass es dich da draussen im www noch irgendwo gibt.
    Dein Artikel spricht mir aus der Seele! Da wünsche ich dir und mir und allen viele Sonnenaufgänge und viel Freude für noch sehr viele Tage. Liebe Grüße stefanie

  2. Lutz Spilker sagt:

    Hi Stefanie,

    lieb von dir!

    manches geht mir mächtig auf die Nüsse (pardon) und diese pseudo-coolen Miesepeter mit ihren dümmlichen Sprüchen erstrangig…

    Das Thema ist eher was Privates und wird hier eingestellt. Ansonsten findet man mich unter http://www.webbstar.de . Dort treibe ich dann mein Unwesen, je nach dem…

    lG
    Lutz

  3. lora sagt:

    Naja ich wünsche mir jeden Tag, dass ich weniger unzufriedene Gesichter sehe…Man braucht nicht so viel um sich wohl zu fühlen oder wenigstens zu lächeln.

  4. Lutz Spilker sagt:

    Hallo lora,

    genau so ist es – damit sagst du es sehr treffend:

    ///
    Man braucht nicht so viel um sich wohl zu fühlen…
    ///

    lG
    Lutz

%d Bloggern gefällt das: