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Internet, Sex und die PubertätUnzählige Buchseiten füllen das Thema und mindestens ebenso viele schlaue, wie auch weniger schlaue Leute haben sich dem Thema schon angenommen: Pubertät. Irgendwie ist das alles an mir vorbei gegangen. Weder Akne noch merklicher Stimmbruch, plötzlich eintretender Bartwuchs oder sonstige Merkmale begleiteten mich. Ich pubertierte so still vor mich hin. Das Einzige was ich spürte war, dass meine Hose permanent zu eng schien.

Das lag weder an meinem Wachstum, noch an der Konfektionsgröße, sondern an der Dauerlatte. Jede noch so unscheinbar wirkende Situation, erweckte meine Aufmerksamkeit und die spielte sich offensichtlich nur in meinem Schritt ab. Gerüche, Bilder und Berührungen, wurden völlig anders interpretiert und mein Körper reagierte darauf entsprechend. Auch die Größe meines Penis machte mir Sorgen. War er zu klein, zu groß, zu was-weiss-ich? Wen sollte man fragen?

Das weibliche Geschlecht drang in mein Bewusstsein. Vorstellungen und Phantasien beflügelten meinen Geist und die Konzentration auf den Alltag schien für einige Momente abzureißen. Nette Worte wurden falsch gedeutet und als Einladung verstanden. Kellerpartys bei schummrigen Licht und modrigen Matratzen waren angesagt und nichts wurde ausgelassen, den Bluseninhalt der neben mir Kauernden genauer zu inspizieren.

Das traf nicht immer auf Wohlwollen. Zurückgewiesene Annäherungsversuche verbuchte ich als Niederlage. Vielleicht war meine Vorgehensweise nicht ausgefeilt, nicht attraktiv, zu plump und somit nicht akzeptabel. Geknutscht wurde bis zum Muskelkater in der Zunge. Die Willigkeit der Mädels schien nicht zu existieren. Warum schuf die Natur zweierlei Empfinden für ein und die selbe Sache? Sah denn niemand, dass in meiner Hose Notstand herrschte?

Dass Alleinsein war kein Trost. Ständig schwirrten irgendwelche Illusionen durch meinen Kopf und ließen nur eine Lösung zu. Also griff man selbst zu und verschaffte sich für einen Moment Erleichterung. Der Verbrauch an Klopapier und ähnlich saugfähigem Material war gigantisch. Die Rubbelphase hingegen weniger. Wenn der Akt also solcher auch so fix vorbei ist, steht man wie ein Loser da. Wieso schaffen es die Zuchthengste in den Pornoheftchen länger? Irgendwas musste ich wohl falsch machen. Aber wen wollte man fragen?

Sich ganze Pornofilme anzuschauen hätte niemand geschafft, das stand für mich fest. Drei oder vier Seiten eines Porno-Magazins durchzublättern ohne die eigene Hand am Revolver zu spüren, galt für mich persönlich schon als Leistung. Diese Heftchen standen hoch im Kurs und machten die Runde. Manche Seiten klebten zusammen und nur der Verursacher kennt den Inhalt. Selbst die Unterwäsche tragenden Damen in Kaufhauskatalogen brachten den Kopf komplett durcheinander.

Seinerzeit was das Internet nicht gegenwärtig. Sich mal eben ein paar Pornos auf den Bildschirm zu zaubern, entstand noch nicht einmal in der Phantasie. Entweder man onanierte wie einer, der dafür bezahlt wird, oder man hatte eine Freundin, die man zur Sperma-Entsorgungs-Maschine degradierte. Der komplette Tagesablauf schien sich bloß mit einer Angelegenheit zu befassen: wo ist eine Möglichkeit die Schwellung abzubauen.

So wie es kam, ging es dann auch irgendwann. Heimlich, still und leise. Der Drang ist zwar immer noch vorhanden, nimmt aber nicht den ganzen Kopf in Anspruch. Manchmal ist es schade, allein der Kondition wegen. Die Pausen dazwischen werden größer und man kann sich wieder auf den Tag konzentrieren.

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One Response to “Internet, Sex und die Pubertät”

  1. Paramantus sagt:

    Hehe, Männer kommen eh so gut wie nie aus der Pubertät raus… ;-)

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