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Mehr Geister als RufeEin Schuldiger muss stets gefunden werden, das ist klar. Doch wer oder was ist es nun? Das Internet sei noch nie zuvor mit einem derart hohen Anteil ausländerfeindlicher Seiten aufgetreten… so liest man es momentan ein wenig zu oft und pardon, es langweilt ein wenig. Derlei stereotype Aussagen klingen nicht überzeugend. Eher schon unmotiviert solidarisch, oder gar auswendig gelernt, irgendeinem – dem Rest der Menschheit – völlig unbekannten Zweck unterwerfend.

In allen möglichen Social-Portalen lauern sie, die versteckten Botschaften, die Texte und Videos, die weiss-der-Geier-was. Um mindestens 1800 Webseiten soll es sich handeln, so schätzt man jedenfalls die Zahl der Sites, in denen sich jene tummeln, die wem-auch-immer ein Dorn im Auge zu sein scheinen. Das darf nicht sein, das muss weg und zwar schleunigst!

Das WWW ist offenbar nicht in den Griff zu bekommen, denn was nutzt es, einen Server zu schließen, wenn am anderen Ende der Welt ein Server aktiviert wird, auf den die hiesige Rechtsprechung keinen Einfluss hat. Also wird eine Menge bewegt, wenn auch nur Luft. Wichtige Leute sprechen wichtige Sätze und schauen dabei wichtig aus. Niemanden interessiert es, niemand lässt sich davon beeindrucken und niemand lässt sich davon einschüchtern.

Die politischen Richtungen wie Rechts, Links oder Mitte, scheinen noch aus Zeiten zu stammen, in denen man die Ansicht vertrat, dass die Erde eine Scheibe ist. Oftmals bedrängt einen die Überzeugung, es ist immer noch so. Allein eine Drehung um 180° beweist, dass Richtungen nur einem gehorchen; nennen wir ihn Kompass und der hat keine politische Peilung.

Eine Meinung ist scheinbar nur dann erwünscht, wenn sie der Obrigkeit passt. Ansonsten herrscht Stille, oder Ausgewogenheit, je nach dem.

Die im Grundgesetz verankerte freie Meinungsäußerung im WWW ist also nur dann erwünscht, wenn sie sich nicht gegen jene richtet, die gewisse Dinge meint steuern zu müssen. Verstehe es wer will. Wen wundert es also, wenn sich gewisse Betreiber nicht mit Klarnamen zu erkennen geben, die Flucht in die Anonymität mutiert zum Sachzwang und das in einem demokratischen Länd’le. Ein Fragezeichen wäre hier mehr als angebracht.

Dann stehen gewisse Portale in Bälde als Co-Location-Server außerhalb jeder Reichweite und das Internet gerät zur Zuflucht für Anarchisten, oder wie ist da die Vorstellung? Angesichts eines Panoramas vom Mond aus, erscheint die Erde recht unbedeutend und Deutschland ist ein Teil dieser Bedeutungslosigkeit.

Ob hier zu Lande von Ausländern die Rede ist oder anderswo, liegt allein in den Händen jener, die ein Land regieren. Aber die Ansichten der Regierenden sind nicht deckungsgleich mit der Ansicht der zu regierenden. Hier kann somit etwas nicht stimmen. Hier ist ein Manko erkennbar. Hier wird gegaukelt.

Selbst wenn die (sogenannte…) Mehrheit – und Genügsamkeit sei nur als singularer Hinweis eingeflochten – dazu nickt, schweigt oder den Blick abwendet, brodelt es dennoch an allen Ecken und Enden. Allein die Tatsache, dass sich viele Leute per Internet zu äußern vermögen, sei als Tendenz für partielle Unzufriedenheit zu betrachten. Diese mundtot machen zu wollen bedeutet gleichsam, sie nicht zu dulden, sie zu bekämpfen und sie zu eliminieren.

Damit wäre die Republik wieder da angekommen, wovon sie sich fast schon auffällig krampfhaft zu lösen Willens ist. Ein Witz. Schließlich wurden schon Webseiten vom Netz genommen, die das Treiben der jeweiligen Regierung pedantisch unter die Lupe nahmen und Eklatanzen pragmatisch publizierten.

Der Fortschritt würde dann evtl. bedeuten, dass Personen dieses Landes zu schweigen hätten, um sogenannten Migranten den Weg zu bügeln? Das versteht man also unter Demokratie? Schau an…

Bildquelle: HIER

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One Response to “Mehr Geister als Rufe”

  1. Robert sagt:

    Interessanter Artikel.

    Aus dieser Perspektive hab ich das noch gar nicht betrachtet.

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